Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

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Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 12. August 2018 19:58

Hallo Leute,

ich möchte mit euch über meinen Umgang mit meinen Konzentrationsproblemen in meinem Beruf diskutieren. Ich arbeite seit fast drei Jahren in als Planungsingenieur (Fachbereich Telekommunikation) in einem Ingenieurbüro. Wir arbeiten praktisch ausschließlich für die Deutsche Bahn. Nach einer Probezeit von einem Jahr hat man mir einen unbefristeten Arbeitsvertrag ausgestellt. Soweit so gut.

Leider machen mir meine Konzentrationsprobleme auch in meinem Beruf zu schaffen. Im Bezug darauf ist mein Beruf Fluch und Segen zugleich.

In meinem Beruf muss ich buchstäblich bergeweise Vorschriften, Normen und Richtlinien beachten. Es ist weitgehend vorgeschrieben wie eine Planung auszusehen hat und wie ich die Anlagen planen muss bzw. was erlaubt ist und was nicht. Für meine Planungen gibt es praktisch immer feste Termine und meine Vorgesetzten sind auch immer hinterher dass wir möglichst zügig arbeiten. Das ist für einen ADHSler eigentlich gut, denn so entsteht Struktur die einem Orientierung gibt.
Leider verlangen die Vorschriften und die Komplexität der Aufgaben sowie die Menge an Regeln die es zu beachten gilt verlangen eine Akkurates die mit einer Konzentrationsschwäche nur bedingt zu leisten ist bzw. es wird schwerer angemessene Arbeit abzuliefern. Dazu kommt noch, dass ich abgesehen von den Terminen auch nicht unbegrenzt Zeit habe um meine Aufgaben zu erledigen. Wir bekommen nur ein bestimmtes Kontingent an Stunden zugeteilt mit denen wir Arbeiten müssen. Daher habe ich auch nicht ewig viel Zeit Fehler auszugleichen.

Ich bin wegen der Probleme die aus meiner Konzentrationsschwäche folgen bereits von meinen Vorgesetzten kritisiert worden, da ich bei einem relativ großen Projekt keine all zu gute Figur gemacht habe. Ich möchte nicht austesten, wie lang der Geduldsfaden meiner Chefs ist. Daher möchte ich, so gut es geht, versuchen mit meinen Konzentrationsproblemen klar zu kommen.

Ich habe mir bereits einige Methoden zurechtgelegt, unter anderem arbeite ich mit Listen, Terminkalendern und Outlookaufgaben. Das klappt alles noch nicht perfekt aber es wird langsam. Womit ich die größten Schwierigkeiten habe sind Aufgaben, die ungeplant auf mich zu kommen. Mir gelingt es nicht immer da noch einen brauchbaren Ablauf hinzubekommen.
Auch was das erstellen der Planungen angeht klappt nicht immer alles, vor allem arbeite ich nicht effektiv genug (Bemerkung vom Chef). Was diesen Punkten angeht werde ich mich gezielt mit Themen aus den Planungen beschäftigen mit denen ich bisher gesonderte Probleme habe. Hoffentlich beschleunigt dass meine zukünftige Arbeit.

Ich habe mir auf die Liste mit Tipps durchgelesen die hier hinterlegt ist: http://www.adhs-anderswelt.de/viewtopic ... 76&t=48815

Da ist auch einiges interessantes dabei.

Ich würde mich gerne mit Leuten austauschen die einen ähnlichen Beruf haben. Wie kommt ihr mit eure Berufen klar?

Grüße Herausforderer.
Stefan SRO
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 13. August 2018 09:17

"...bergeweise Vorschriften, Normen und Richtlinien beachten..." Dito. (Energieversorgung)
Ich bin sehr optisch orientiert und habe mir Blätter mit den wichtigsten Gesetzen, Verordnungen, Vorschriften, zu den jeweiligen Themen zusammen gestellt. Beim Überfliegen raste ich dann recht gut ein, wenn ich zum Text eine Assoziation habe.


"...Listen, Terminkalendern und Outlookaufgaben..."
Den Kalender meines Siemens S25 hatte ich 1998 damals schon exzessiv genutzt und natürlich sind die neuen Geräte mit Outlookverknüpfung ein wahrer Segen. Leider schaffe ich es hin und wieder, beim Eintragen Fehler rein zu basteln.
Zettel gehen bei mir gar nicht! Der Termin muss selbst aktiv sein. Auch ToDo-Listen mit Terminen bringen mir was.

"...arbeite ich nicht effektiv genug..."
Das begleitet mich schon mein ganzes Leben und war schon bei Vater und Großvater so. Immer wieder zwischen parallelen Themen springen und wieder einlesen. Zwar hat es auch gute Seiten, da ich dank meines "optischen Gehirns" an Themen denke die andere ignorieren ( Bypässe, Leerrohre, etc.) Das geht zwar an der Richtlinie oder so vorbei. Aber meist vermeidet man schon ein Jahr später schon die Kosten, um einen Durchbruch zu machen oder wieder auf zu buddeln.

Von der Leitung eines aktuellen Projektes lasse ich mich demnächst entbinden. Da ist mir des Risiko für eine Schaden durch meine Fehler zu hoch.
Ach ja, meine direkten Bürokollegen sind informiert und wenig überrascht. Das Thema ist ihnen global bekannt und wir verteilen die Aufgaben "passend". Die wollen mich nicht missen, da wir AD(H)S-ler bzw. ich als Person eben doch Gaben haben, die sie her geben wollen.

Deinen Link lese ich später mal.
VG
Stefan
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 13. August 2018 21:47

Wie ich sehe geht es nicht nur mir so.

Besonders der letzte Punkt den du angesprochen hast nervt mich am meisten. Leider gibt es nicht viel was man da tun kann. Ich hatte erst heute dies bezüglich ein Gespräch mit meinen Vorgesetzten. Allerdings eines, dass ich selbst angestoßen habe.

Eine Frage die sich mir allerdings auch stellt ist, wie soll es in meinem Berufsleben weitergehen?

Ich meine damit ich bin noch jung und es gibt noch viele Möglichkeiten für mich. Doch was sind realistische Ziele für mich?
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Meckern auf hohem Niveau

Beitrag von Herausforderer » 24. September 2018 21:22

Abend Leute,

ehm ich hab da mal eine Frage an die älteren Berufstätigen hier im Forum. Welche beruflichen Perspektiven hat man eigentlich mit ADHS? Ich bin noch nicht sehr lange berufstätig knapp 3 Jahre und würde gerne noch was erreichen. Auch habe ich überlegt meine eigene Firma zu gründen. Doch frage ich mich, ob man mit ADHS überhaupt so etwas wie Karriere machen kann oder ob ich das gleich knicken kann.

Warum frage ich dass eigentlich? Ich bin noch relativ jung und habe jede Menge Ambitionen doch ich denke es ist besser sich erst einmal Gedanken darum machen was realistische Ziele sind und was nicht.

Gruß Herausforderer.
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von ULBRE » 24. September 2018 22:28

Du kannst alles werden.
Von erfolgreichem US-Präsidenten (Clinton) bis zu erfolgreichem Unternehmer (viele Beispiele).

Frag Dich:
- was kannst Du besonders gut ? Fördere es.
- was kannst Du gar nicht ? Delegiere es.
- was macht Dir (beruflich) dauerhaft Spass ? Mache das. Man kann nur gut sein, wenn man das, was man macht wirklich gerne macht.

Viel Erfolg

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 25. September 2018 08:04

Karriere? Na Klar!

Ich bin das beste Beispiel.

Nur wäre sie wohl erfolgreicher gewesen wenn ich eher eine Diagnose gehabt hätte. So musste ich herum probieren um die richtige Richtung zu finden. Die war alles Andere als mein ursprünglicher Ausbildungsberuf aber mit vielen berufsbegleitenden Qualifikationen hat es geklappt.

Die Selbständigkeit ist so eine Sache. Wer sich selbst strukturieren und motivieren kann, SOFORT! Ich selbst musste in meiner damalig sehr innovativen Firmengründung feststellen, das ich ohne ext. Führung nicht kann. Habe damals den Laden nach 1,5 Jahren mit etwas Plus in der Kasse wieder zu gemacht. (Hatte meine Bücher selbst geführt)

Aktuell stecke ich in einer Sackgasse und werde wohl ein paar Meter zurück rollen müssen, um den richtigen Abzweig zu finden. Eine Idee gibt es da schon, die hat aber keine klaren Konturen. Aber zuhause hocken? NEIN!

Also Einfach mal überlegen, ob da irgendwo noch der kleine Junge mit dem Wunsch Busfahrer, Lockführer oder Feuerwehrmann schlummert. Ohne Familie könnte man sich einen Traum verwirklichen.
(Eisenbahn wäre meine Wahl, wenn da nicht die Familie auf einen Regelmäßig anwesenden Papa angewiesen wäre)

VG
Stefan
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Istandzig » 26. September 2018 23:34

Guten Abend,

ich arbeite als Versicherungskaufmann, Versicherungsbedingungen (das Kleingedruckte kennt bestimmt jeder) :? und kenne die von dir beschriebenen Probleme. Die Tricks wie Termine und Wiedervorlagen anlegen, nutze außerdem jede Stunde eine kleine Pause an der frischen Luft, aber auf Dauer haben mir meine Tricks überhaupt nicht mehr geholfen, da das ja später noch mehr wird, und später kommt dann noch die Überforderung, weil das alles nicht do klappt wie man es will :cry:

Sry das ich dir überhaupt keine Tipps geben kann, aber eine Sache will ich dir ans Herz legen, da diese Tipps und Tricks nur die momentan aufkommenden brände löschen :roll: auf Dauer folgt Frust, weil erneut Kritik vom Chef kommt, man muss sich rechtfertigen, wieso, weshalb, warum. Ich bin aktuell kurz vor einem Burnout ;), Deshalb habe ich mich über die Symptome gelesen, beim recherchieren auf ADHS-Symptomatik gestoßen und mit einem Arzt und mit der Selbsthilfegruppe für Erwachsene in Hamburg Altona Kontakt aufgenommen. Sodass wir nun die Ursache gefunden haben. Mein Arzt hat mir gesagt, auf Dauer, ohne Medikamente wird das nicht so einfach, dass sich das ändern kann, da ja auch der Job keine einfache ist, je erfahrener ich werde, kriege ich mehr Aufgabenbereiche, die noch umfangreicher werden, ohne diese Medikamente, bringen die Begleitsymptome einen einfach an seine Grenzen. Weil später überhaupt nichts klappt :cry:

Villeicht versuchst du mal wirklich eine Therapie, in welcher Form, da können hier bestimmt einige andere helfen, da ich überhaupt noch keine Erfahrungen gemacht habe, bin selber ein „Neuling“ im Gebiet :!:

Ich hoffe, dass du es schaffst und ein Weg findest ;)
In diesem Sinne herzliche Grüße und einen angenehmen Abend

Istandzig
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Dracul » 29. September 2018 17:17

Hallo

Ich bin seit 2 Monaten im Club der ADS-Erwachsenen

Was ich hier lese, kommt mir vor wie aus dem eigenen Leben.

Thema Selbstständigkeit ein Nogo! -> Ohne Druck keine Leistung.

Habs ausprobiert. Mehrere Jahre eine 2. Firma nebenberuflich EDV-Technisch betreut.
War mir dann doch irgend wie zu lästig.

Bin jetzt seit 1997 EDV Admin (1964-er Jahrgang) Hier in meiner jetzigen Firma.

Betreue 2 Rechenzentren incl. Netzwerk alles Redundant
SQL DBA .... also Mädchen für alles.
wenn da nur nicht die User wären :twisted:

Durch die Anmelde-Orgie hier hab ich schon wieder vergessen was ich schreiben wollte, also noch mal durchlesen

bitte warten.....

ach ja
die Arbeit wird immer schwieriger, unnütze und Zeitaufwändige Verwaltungstechnische Angelegenheiten kosten dir den halben Tag Arbeitszeit, Motivation sinkt ins Bodenlose, und ein Chef ohne EDV-Skills, dem diese Angelegenheit wichtiger als der Fortbestand der Firma.

Nach einem kurzen Nervenzusammenbruch (heute Burnie genannt) mit anschließender Familien Sitzung
(Grillabend mit anschließender Besprechung :oops: )

Hab ich mich entschlossen Ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Hausarzt hat relativ schnell einen "Psycho Doktor" gefunden und aufgrund der PKV auch einen Termin bekommen.

Ich sage Euch diese Erfahrung sind 50 km Anreise wert.
Keine Couch "nur" Sessel.
Ein Aschenbecher mit Holzstuhl wäre mir lieber.

Ich kann diese Thema leider nur mit Humor ertragen. Sorry.

Nach dem 2. Besuch waren wir uns einig, dass ich ADS hab und nun gieng es ans rumprobieren.

1. Schritt

Angefangen haben wir mit Methylphenidathydrochlorid (kurze Anlaufzeit Wirkung 30 mins nach Einnahme allerdings nach 2h vorbei)
verschiedene Dosierungen getestet und uns dann auf 3-4 x 20mg geeinigt.

Sofort hab ich eine deutliche Verbesserung festgestellt.

ich hab innerhalb kurzer Zeit 8 Cisco Switche (Produktions Kritisch) konfiguriert und im Stillstand (2x im Jahr jeweils ne knappe Woche nur) ausgetauscht.
Vorher haben wir für 2-5 k€ Ext. Hilfe kommen lassen.
Ich war alleine, Mein Chef auf Dienstreise, mein Kollege in Urlaub, Telefon hab ich ins nirvana umgeleited, und den Azubi in die Berufsschule geschickt. (das mit dem Azubi gieng leider nur 3x)

in dieser Woche hatte ich eine Zahn-OP mit 3 Tage Krankschreibung (Während des besagten Stillstandes)
Meine Garage wurde daheim renoviert.. etc.
Ich kanns immer noch nicht glauben, dass alles geklappt hat

2. Schritt Retardierte Medikamente

Concerta 30mg Retardierdes Medikament 3h Anlaufzeit 12 h Wirkdauer (angeblich)

Da ich nicht 3h vor der Arbeit aufstehen wollte,
Kombination mit dem nicht retardiertem Medikament von vorher für den Morgen.

Kein Vergleich mit der Wirkung des ersten Schrittes. ab 11 Uhr war die Puste raus
E-Mail an den Doktor, das taugt nichts.

ganz einfach nachzuvollziehen (Nikotin ist eine Ersatz/Selbst -Behandlung bei vielen AD(H)S betroffene)
zumindest etwas was zähl-bar ist. Gefühle und so nen Kram kann ich nicht so toll bewerten.

Vor der Behandlung 6-8 Zigaretten während der Arbeitszeit (gezählt wegen meinem Chef)
sofort am 1. Tag mit dem Medikament 1. Schritt
15 Stunden Arbeit 4 Zigaretten, und nicht das Gefühl, übermäßig gestresst zu sein.

Ergebnis 2. Schritt:
ursprünglicher Zigarettenverbrauch
starker Heimdrang um 16 Uhr. Wie vorher.


Hab ich schon erwähnt, ich glaub mein Doktor scheint sehr experimentierfreudig zu sein, oder er hat schon damit gerechnet.

Start 3. Schritt (vorgestern Freitag):
Rezept für Elvanse 30mg + 20mg Medikinet (100! stück)

Bis um 11 Uhr keine richtige Wirkung gespürt, war auch mit anderem beschäftigt (siehe weiter unten)

Elvanse ist ein Dex-Amphetamin (Wikki ist toll) das seinen Wirkstoff ähnlich wie die Retardierten Medikamente nach und nach bis zu 12 Stunden freisetzt.
Allerdings erst nach 3 Stunden.

Hab am Freitag morgens, mittags und Abends je 2 Tbl. genommen.
Heut hab ich erst die Packungsbeilage durchgelesen und darin stand max 4 tbl pro tag.
(Sorry Ich hab auf dem Rezept die beiden Medikamente verwechselt Dosierungsbezogen)

--> dementsprechend hab ich heute Nacht recht wenig geschlafen.

es gibt schlimmeres, wenn ich mich nicht die ganze Nacht über meinen Chef geärgert hätte.

Der hatte den ganzen Freitag morgen nichts anderes zu tun als rum zumeckern warum ich nicht gleich nach dem (angeblich) gestrigen Anruf unserer Chef-Tippse (sorry Kommunikations-Assistentin heist das heut zu tage) den Info-Bildschirm in der Chefetage aus und wieder eingeschaltet habe. Ich konnte mich nicht an solchen Anruf erinnern.
(Ich hätte sofort die MSR-Abt. beauftragt zur Fehlerbehebung)

Das war richtig schlimm (sein Verhalten).
Hat sich dann später rausgestellt, daß gestern kein Anruf stattgefunden hat.
Ein halber Tag Streß um nix und wieder nix. Wichtige Arbeit ist liegen geblieben. und ich war nicht fitt!

Der Azubi hat mich dann später gefragt ob das immer so in unserer Abteilung sei. (Das ist unser 1. eigener Azubi hat auch erst diesen Monat bei uns angefangen)
bla bla bla ich schweife schon wieder ab. (Kennt Ihr bestimmt auch)

Im Internet hab ich nach Möglichkeiten gesucht wie man mit dem Problem der 3h Wirkungsverzögerung bei dem Elvanse umgehen kann.

Viele Eltern haben auf den Webseiten darüber geklagt, dass morgens nach dem aufstehen die ADHS-Kids probleme hatten in die gänge zu kommen (Anziehen etc.) und kurzerhand zusätzlich nach dem Aufstehen Medikinet dem Kind gegeben.

Scheint mir sinnvoll zu sein, keine Ahnung ob die Eltern das mit dem Arzt abgesprochen haben.
Ich werd auf jeden Fall nachher noch ne Mail an meinem Doktor zu diesem Thema schicken und mir das OK einholen.

Also meine Persönliche Erfahrung der letzten 3 Wochen

Die Medikamente unterstützen dich bei der Arbeit
- Weniger Stress empfinden
- Du kannst dich besser (erheblich) auf deine Aufgabe konzentrieren
- Die Arbeit wird insgesammt angenehmer
- schnelleres Lernen und Reagieren auf Änderungen

wo ich mir nicht sicher bin
- es kommt mir so vor dass ich viel anfälliger für Ablenkungen bin.
Kann aber auch sein, dass es mir nur so vorkommt, da ich momentan mehr auf solche Sachen achte.

Momentan fallen mir jetzt keine Weiteren Gründe/Wirkungen ein. Wenn ich auf senden klicke dann fällts mir bestimmt wieder ein was ich noch sagen wollte.

Ich hoffe meine Erfahrung mit dem Thema wird Euch helfen
Sorry für den langen Text bin selbst erschrocken beim überlesen.
Hoffentlich hab ich alle Rechtschreibfehler gefunden.

Liebe Grüße
mfg
Dracul

P.s. Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, ist das so gewollt, und Sie dürfen Ihn als Trophäe behalten


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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von EinMax » 30. September 2018 12:49

Hehe, in einem anderen ADHS-Forum, in dem ich mitschreibe, ist das mit den langen Texten inzwischen ein Running Gag. Tun wir da alle!
Thema Selbstständigkeit ein Nogo! -> Ohne Druck keine Leistung.

Habs ausprobiert. Mehrere Jahre eine 2. Firma nebenberuflich EDV-Technisch betreut.
War mir dann doch irgend wie zu lästig.
Ich bin da irgendwie zwischen. Einerseits, absolut: Wenn die Selbständigkeit nur aus der eigentlichen Arbeit bestehen würde, wunderbar, aber Preise ansetzen, Eigenwerbung machen, direkte Kundenakquise - das läuft bei mir irgendwo zwischen Vergessichimmer und kaltem Grusel. Andererseits, als Webdesigner und Zeichner, der zwar die Fähigkeiten hat, aber nicht in einer Form, die Personalern gefällt, bleibt mir kaum was anderes übrig. Und im Moment läuft's sogar ganz gut, allerdings wird es noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich darauf verlassen kann. Und noch eine ganze Weile länger, bis ich's tue.

Ideal wäre ein Teilzeitjob, der mir die Zeit für Projekte lässt. Aber das gefällt Personalern meist auch nicht so.
Vor der Behandlung 6-8 Zigaretten während der Arbeitszeit (gezählt wegen meinem Chef)
sofort am 1. Tag mit dem Medikament 1. Schritt
15 Stunden Arbeit 4 Zigaretten, und nicht das Gefühl, übermäßig gestresst zu sein.

Ergebnis 2. Schritt:
ursprünglicher Zigarettenverbrauch
starker Heimdrang um 16 Uhr. Wie vorher.
15 Stunden ist aber auch zu viel, egal auf was Du drauf bist. Ist ghanz normal, danach mal ein bisschen kürzer zu treten.
Die Wirkung der Medikamente ist extrem von Tagesform und auch äußeren Einflüssen abhängig. Weiß man natürlich vorher nie, wie der Tag wird. Es ist, glaube ich, auch normal, wenn nach einem anfänglichen Hoch sich die Wirkung irgendwo darunter einpendelt. Ging mir jedenfalls so. Am Anfang fand ich 10mg MPH heftig, jetzt bin ich bei 15.
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Dracul » 30. September 2018 14:23

Hallo EinMax
EinMax hat geschrieben:
30. September 2018 12:49

15 Stunden ist aber auch zu viel, egal auf was Du drauf bist. Ist ghanz normal, danach mal ein bisschen kürzer zu treten.
Ich hoffe daß die Wochen mit dem Extremstress auch nicht mehr so oft vorkommen.
Ich kann mich nicht erinnern jemals so etwas erlebt zu haben.

Deshalb war ich froh, die Tabletten gehabt zu haben.

Der Nächste Stillstand kommt Frühjahr 2019
Diesmal achte ich darauf dass sich mein Kollege nicht wieder in den Urlaub verpisst.

Jetzt muß ich erst mal 40 Überstunden abbauen. Bin gespannt wie lange das dauert (30 mins pro tag?)
mfg
Dracul

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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Dracul » 1. Oktober 2018 00:44

Die letzten 2 tage hab ich was seltsammes festgestellt und gleich meinem Doktor gemailt.

seit dem ich Elvanse einnehme trink ich nur halb soviel Alkohol

Das mit den Zigaretten ist mir auch schon bei Metylphanidat aufgefallen.

Jetzt am WE stellte ich fest das bevor Glas leer Eiswürfel weg und lauwarme Brühe!! normalerweise sind die eiswürfel beim Nachschenken ca. halb so groß wie am anfang.

Diese Woche also heut morgen Arbeit bin ich gespannt auf dem Vergleich dieser beiden Mittel auf der Arbeit.

Ich geb heut abend wieder Laut von mir.

Jetzt aber ins Bett. gn8
mfg
Dracul

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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 1. Oktober 2018 11:39

„…auf Dauer, ohne Medikamente wird das nicht so einfach…“

Hallo Istandzig Hallo nach Transsilvanien:

„Burny“ ; bei mir ist ein Nervenleiden aus 2014 hängen geblieben. Wer also in "unseren Jobs" ohne Medis hin kommen will wird wohl vor der Wand landen. Als Maurer oder Holzfäller gäbe es wohl weder Burny noch Diagnose. Dann wäre ich dort als "Hulk" in meinem Element.

Die Beiträge über die Medis sind sehr hilfreich. Ich suche seit meiner Diagnose im Juni 2018 nach dem passenden. Rauch da Alk spielten zum Glück bei mir nie eine große Rolle, aber scheinbar hätte mich das damals wohl vorm Burny bewahrt. Dann gäbe es aber bis heute keine Erklärung für die Merkwürdigkeiten meines bisherigen Lebens.

Ich hatte was ü Teilzeit gelesen... Ich werde wohl mal auf 30h runter gehen. Zum Feierabend bin ich immer so platt, dass ich im Auto fast einpenne.
Wenn es irgendwann ein Medi für mich gibt, kann sich ja wieder Vollzeit werkeln.

VG
Stefan
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von chaoten-tom » 1. Oktober 2018 16:51

Herausforderer hat geschrieben:
24. September 2018 21:22
ehm ich hab da mal eine Frage an die älteren Berufstätigen hier im Forum. Welche beruflichen Perspektiven hat man eigentlich mit ADHS? Ich bin noch nicht sehr lange berufstätig knapp 3 Jahre und würde gerne noch was erreichen. Auch habe ich überlegt meine eigene Firma zu gründen. Doch frage ich mich, ob man mit ADHS überhaupt so etwas wie Karriere machen kann oder ob ich das gleich knicken kann.
Warum frage ich dass eigentlich? Ich bin noch relativ jung und habe jede Menge Ambitionen doch ich denke es ist besser sich erst einmal Gedanken darum machen was realistische Ziele sind und was nicht.
Ich würde mal behaupten dass AD(H)S einer Karriere oder Selbstständigkeit nicht zwingend im Weg steht und manchmal auch sehr nützlich sein kann. Nachdem Du eine weiterführende Schule geschafft hast, schaffst Du es ja anscheinend Dir Wissen anzueignen, das nicht gerade aktuell Deine Neugier weckt. Da hast Du mir und auch vielen anderen mit der Diagnose schon einiges voraus! Extrem wichtig bei AD(H)S ist eine Arbeit zu finden, die den sich mit den eigenen Interessen bestmöglich deckt. Dann sind überdurchschnittliche Leistungen kein Problem. Aber wehe man sitzt vor einer Aufgabenstellung, die einen langweilt...Dann ist der gleiche Stress um ein vielfaches kräftezehrender und kaum zu bewältigen. Es gibt einige Beispiele von Unternehmensgründern mit AD(H)S, die zwar in der Lage waren gut gehende Firmen aufzubauen(zum Teil mehrfach!), was ja sehr spannend ist und AD(H)S entgegenkommt aber danach an den zunehmenden Verwaltungsaufgaben in Form von Erschöpfungszusammenbruch oder Pleite durch schlechtes Wirtschaften scheiterten. Sehr hilfreich ist es sich über seine Stärken und Schwächen sehr gut im klaren zu sein, dann kann man auch entsprechend darauf reagieren und kritische Bereiche weitgehend auslagern. Ideal ist eine Partnerschaft in der sich die Partner in ihrem Leistungsspektrum ergänzen und jeder in seinem bevorzugtem Bereich agieren kann. Wenn jemand da ist der einem AD(H)Sler den Rücken frei hält, kann dieser das Optimale aus seinen Stärken herausholen.
Ich persönlich bin seit fast 25 Jahren Selbstständig und komme damit ganz gut zurecht. Das liegt zum einen daran, dass meine Arbeit unaufschiebbare Abgabetermine hat und ich zum anderen ohne Angestellte den Verwaltungsaufwand minimal halte. Natürlich habe ich auch so meine AD(H)S spezifischen Probleme, zahle z.B. regelmäßig Säumniszuschläge wegen zu spät abgegebener Steuerunterlagen oder muss extrem viele Stunden am Stück arbeiten, weil ich bei öden Projekten am Anfang so viel Zeit verschludert habe, dass es am Ende dann knapp wird (was erfreulicherweise mit zunehmenden Alter abgenommen hat). Doch alles in allem überwiegen für mich die Freiheiten die ich in meiner Selbstständigkeit habe die Probleme die sich daraus ergeben.
Grüße, Chaoten_Tom
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Herausforderer » 1. Oktober 2018 19:19

Erstmal danke für eure Kommentare!

Ich habe Morgen einen Termin bei meiner Psychologin wo ich die Thematik nochmal ansprechen werde. Eine Medikation habe ich in der E-Mail die ich ihr geschrieben habe schon mal ins Gespräch gebracht.

Mal sehen was da raus kommt.

Nach dem zu urteilen was ihr geschrieben habt ist eine Medikation wohl auf Dauer der einzige Weg... Ich hatte auch schon mal überlegt den Job zu wechseln. Meine jetzige anstellung ist eher ein Kind der Notwendigkeit als ein "Match made in Heaven" allerdings habe ich praktisch bei allen Ingenieurberufen mehr oder weniger die Selbe Struktur. So dass sich die Umstände nicht wesentlich ändern.

Das wird jedenfalls interessant werden.

Es war mir aber auch eine Freude lesen zu dürfen, dass man mit ADHS nicht gleich alle Karrierepläne in den Wind schießen muss. Danke dafür! Das macht Hoffnung!
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 2. Oktober 2018 10:30

Karriere vs. Medis...
Ich habe mich recht spontan doch noch für Ritalin statt Strattera entschieden und starte kommende Woche.

Den Erfolg stelle ich dann in den Verlauf von "Die richtige Dosis finden ist nicht Einfach" (Bin damals mit Medikinet sehr abgestürzt)

Das Thema Job-Wechsel habe ich im Visier, möchte es aber nur als "Ultima Ratio" nutzen, falls ich bzgl. Konzentration nicht wieder in die Bahn komme.

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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Raupi » 2. Oktober 2018 11:27

Dann Toitoitoi, Stefan, für den Start mit Medikinet!

Mit welcher Dosis wie oft startest Du denn?

Ich drücke Dir die Daumen, dass das jetzt besser läuft und Du dann keine großen beruflichen Änderungen vornehmen musst.
LG, Raupi
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Stefan SRO » 2. Oktober 2018 11:55

Medikinet war im August mit negativen Begleiterscheinungen.

Nun versuche ich Ritalin, zwar mit gleichem Wirkstoff aber ich habe von vielen Erwachsenen / Spätdiagnostizierten gelesen, das sie damit besser klar kamen. Die Dosis wird am Montag abgestimmt.
VG
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Istandzig » 2. Oktober 2018 13:05

Hallo zusammen,

@Stefan ich wünsche dir viel Erfolg mit der Medikation, bitte halte uns auf dem Laufenden ;)

Ich habe heute auch mit den Medi‘s angefangen bzw. muss noch ne Stunde warten, da es in der Apotheke nicht vorrätig war.

Ich fange morgens und nachmittags mit Medikinet 5 mg an und nach 1 Woche steigere ich die Dosis auf jeweils 10 mg.

Nach 3 Wochen bespreche ich dann die Wirkung mit dem Arzt.

Ich habe die Kündigung bei meinem jetzigen Arbeitgeber eingereicht, ist eine sehr radikale Entscheidung, jedoch fühle ich mich befreit. Habe zum Glück bereits auch einen neuen Job gefunden :P in der Buchhaltung, wo ich alleine im Büro arbeiten werde :)

Gibt es vielleicht hier im Forum so eine Datei, die speziell auf die ADHS Symptomatik ausgelegt ist? So ein Art Tagebuch?

Herzliche Grüße
Istandzig
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Istandzig » 2. Oktober 2018 13:19

Istandzig hat geschrieben:
2. Oktober 2018 13:05


Gibt es vielleicht hier im Forum so eine Datei, die speziell auf die ADHS Symptomatik ausgelegt ist? So ein Art Tagebuch?

Herzliche Grüße
Ich werde einen neuen Beitrag dafür anlegen, ich glaube sonst wird das zu durcheinander?!

Ich hatte vergessen zu sagen, dass ich ADS als Diagnose habe.
Liwet
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Re: Wie mit Konzentrationsproblemen im Beruf umgehen?

Beitrag von Liwet » 2. Oktober 2018 18:39

Lieber Chaoten - Tom,

zu deiner Frage von Gestern: Karrieremöglichkeiten mit ADS
kann ich dir nur raten, heraus zu finden, worin deine persönlichen Symptome bestehen.
Bist du schnell ablenkbar, und langweilt dich eine Tätigkeit, die sich über mehrere Stunden hinzieht?
Dann brauchst du eine Tätigkeit, bei der sich im Tagesverlauf verschiedene Tätigkeiten abwechseln.

Bist du vergesslich und unorganisiert, dann könnte es helfen, einen persönlichen Assistenten einzustellen,
oder dein Handy als "mobilen Kopf" mit akustischen Erinnerungen zu nutzen.

Schaltet dein Kopf auf "erledigt" noch bevor du eine Aufgabe ganz zu Ende gebracht hast
und bemerkst du dies nicht, dann brauchst du auch eine Person, die dich freundlich
darauf aufmerksam macht.

Je besser du deine ADS-Aussetzer kennst,
umso erfolgreicher kannst du sie nutzen...in deine Tätigkeiten einbeziehen.

Das halte ich für den Schlüssel zum Erfolg: das ADS einzubeziehen,
nicht es los werden oder unterdrücken zu wollen.

Bei einer Selbständigkeit hast du vielfach die Möglichkeit,
dir deine Tätigkeiten entsprechend deinen Fähigkeiten und deinen besonderen
ADS-Eigenheiten zu gestalten.
Viele ADS-Ler sind selbständig tätig.

Also finde deinen eigenen inklusiven Umgang mit deinem ADS,
dann wirst du dich wundern, wie erfolgreich du sein kannst.

Sei nett zu dir selbst
Liebe Grüße
Liwet
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