Cannabis bei ADHS

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ULBRE
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Re: Cannabis bei ADHS

Beitrag von ULBRE » 26. Mai 2018 16:32

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Hallo Guanosin,

ich kenne ebenfalls AD(H)S-Betroffene, die Cannabis auf Rezept bekommen. Es sind nur einzelne, bei denen weder MPH noch AMP noch Atomoxetin was bringt und nur Cannabis hilft.

Mal ganz grundsätzlich zum Unterschied Droge und Medikament:
Bei AD(H)S geht es um den Dopaminhaushalt. (Es gibt auch Drogen, die auf andeere Neurotransmitter oder Hormone abzielen, die meine ich also hier nicht).

Drogenwirkung:
Ein sehr schneller und sehr hoher Anstieg von Dopamin (der die Mehrzahl der Dopamintransporter belegt) und ein sehr schneller Abstieg des Dopaminspiegels ist das, was die Rauschwirkung ausmacht.
Ein sehr schneller und hoher Dopaminanstieg wird meist durch Ausschüttung von Dopamin aus den Vesikeln bewirkt.Die sind dann halt leer. Das heisst, es dauert ein Weilchen bis wieder Dopamin ausgeschüttet werden kann.
Ein häufigerer sehr hoher Dopaminspiegel bewirkt zugleich eine Anpassungsreaktipon der (Dopamin)Rezeptoren - die verringern sich bzw. werden unempfindlicher (Downregulation).
Um ds umzukehren braucht es einige Wochen eines natürlichen Dopaminspiegels - das ist dann der Entzug (von Alkohol, Koks, Cannabis, Amphataminddrogen etc.)

Medikamentenwirkung:
Langsamer Anstieg des Dopaminspiegel, moiderates Dopaminniveau, möglichst lang anhaltend gleichmössiger Dopaminspiegel, langsamer Spiegelabfall. Dann wird einfach nur das Dopamindefizit ausgeglichen ohne Rauschwirkung.
MPH-Medikamente machen das (Retards länger als unretardierte, wobei die Spiegeldauer unterschidlich ist, weshalb manche mit dem einen Präparat besser zurecht kommen und mit dem anderen schlechter), Elvanse (lysingebundenes Dexamphetamin) macht das über 12 - 13 Stunden so wie Concerta, die meisten MPH-retards haben 5- Stunden, unretardiertes 2,5 bis 3,5 Stunden.

Der Unterschied zwischen Droge und Medikament ist also die Dosis bzw. die Geschwindigkeit der Wirkstoffreisetzung.

Methylphenidat setzt in sehr hoher Dosierung (jenseits der Medikamentendosis) auch Dopamin aus den Vesikeln frei. In normaler Medikamentendosierung hemmt es dagegen nur die Wiederaufnahme von Dopamin durch die Dopamintransporter und verlängert damit den Aufenthalt des Dopamins im synaptischen Spalt - die Wirkung des natürlich vorhandenen Dopamins wird verlängert.

Über die dopaminergen Wirkmechanismen von Cannabis habe ich bislang noch nicht viel erhellendes gefunden. Bekannt ist, dass es unterschiedliche Cannabinoide gibt - die einen regen eher an, die anderen sind eher hallozinugen und andere machen eher ruhig. Dazu kommt bei hochsensiblen Menschen oder AD(H)S-Betroffenen (die ja alle enen HS-Kern haben) zuweilen eine paradoxe Wirkung.

Nikotin erhöht Dopamin über den Umweg Acetylcholin. Rauchen macht das wie eine Droge: sehr schnell sehr hoch, scehr schnell wieder runter. Ergenis: Sucht. Die dopaminerge Wikung erklärt, warum AD(H)S-betroffene doppelt so häufig rauchen wie Nichtbetroffene.
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Nikotinpflaster (langsamer Wirkstoffabgabe, eher gleichmössig) bei AD(H)S helfen können.
https://www.adxs.org/medikamente-bei-adhs-nikotin/


Cannabis könnte also als Medikament helfen - aber zeige mir mal jemanden, der das nur in so kleinen Dosen nimmt, dass er keinerlei Rauschwirkung spürt. Kennst Du wen ? Ich nicht.
Ud wer kann sicherstellen das er genau die Cannaboidzusammensetzung erhält, die bei ihm richtig ist ? bai nicht emdizinisch kontriolliertem Anbau ist das mE ausgeschlossen.
Und selbst bei den AD(H)S-Betroffenen, die das als Medikament evrschieben bekomen, habe ich subjektiv den Eindruck, dass auch sie eine Rauschwirkung haben, auch wenn sie das nicht so offen zugeben.

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
Guanosin
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Re: Cannabis bei ADHS

Beitrag von Guanosin » 30. Mai 2018 21:44

Hallo Ulbre,

im Grunde geht es bei Cannabis nicht direkt um eine Linderung der Symptome, also bei ADHS ja, aber bei vielen anderen Krankheiten wo Cannabis verschrieben wird nicht. Da geht es z.B. eher ums Vergessen der Schmerzen. Bzw um das eigene Dasein erträglicher zu machen. Ich denke an eine alte Frau die ich mal in einem Video gesehen hab. Die hatte Krebs bekommen im Alter von 80 Jahren und seit sie Cannabis konsumiert mit Keksen geht es hier täglich besser. Sie hat neue Lebensfreude, ist Lustig, macht Witze und genießt wieder Ihr Leben. Obwohl Ärzte ihr den schnellenTod prophezeit haben. Cannabis hat enorme Geistheilungsfähigkeiten, aber ebenso auch zerstörerische. Ein gesundes Maß ist hier Pflicht und mit einem Verbot ist das nicht möglich. Weder Aufklärung noch Jugendschutz funktionieren so.

Ich kenne ein paar ADHS Cannabiskonsumenten wie gesagt auch welche mit Kostenübernahme der Krankenkasse. Die sind besser im Beruf geworden und haben mehr Zeit für Familie weil sie keine Zeit mehr mit Beschaffungskriminalität verschwenden müssen und sich auch nicht mehr mit dem leider manchmal üblichen Kiffergesocks abgeben müssen dadurch.

Außerdem warum mischt man Gras mit Tabak wie es hier so üblich ist? Weil es günstiger ist. Die Kostenübernahme der Krankenkasse ermöglicht theoretisch den Verzicht auf Tabak weil konsequente Versorgung mit Medizinalhanfblüten gewährleistet ist.
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