Ads und Spielsucht?!

Erwachsene u. Kinder
Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Antworten
Finchenf
Andersweltler
Beiträge: 15
Registriert: 24. August 2016 22:14

Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Finchenf » 15. September 2016 08:58

Hallo!
Mein derzeitiges Problem ist z.zt. der computerkosum meines Sohnes und wollte fragen ob das evtl. an ADS liegt bzw. ob ihr irgendwelche hilfreichen tips für mich habt?!
Ich bin eigentlich eine Verfechterin von all dem...PlayStation und Co. gibt es bei uns nicht. Seit 1 Jahr hängt mein 12 jähriges Sohn mir wegen einem Laptop in den Ohren. Hat all sein Geld gespart und da er sich jetzt auch in der Schule sehr verbessert hat willigte ich dann dem Kauf ein. Er nutzt das Gerät nur für ein Spiel"Minecraft" . Mittlerweile macht mir aber diese "Besessenheit" Angst. Er darf zwar nur dank Kindersicherung zeitbegrenzt spielen,aber das macht die Sache nicht besser. Gestern wollte er partout heim vom Schwimmbad, weil er unbedingt spielen wollte. Ich habe dafür kein Verständis. Einmal hat er sogar die Kindersicherung manipuliert um länger spielen zu können. Mir kommt es vor, je mehr Einschränkungen er bekommt desto zwanghafter will er spielen. Ist das ein ADSler Problem,wer kann mir helfen??glg finchenf
Benutzeravatar
Chaos-Weib
Foruminventar
Beiträge: 695
Registriert: 25. Oktober 2010 12:05
Alter: 32

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Chaos-Weib » 17. September 2016 15:32

Hallo Finchenf,

Es stimmt zwar, dass ADHSler mehr gefährdet sind eine Sucht zu entwicklen, als gesunde Menschen. Ich würde das aber totzdem nicht direkt mit ADS in Verbindung bringen. Nicht jeder ADHSler entwickelt eine Sucht.

Was du gegen dieses zwanghafte Spielen von deinem Kind machen kannst, weiß ich jetzt auf Anhieb leider nicht. Ich war zwar selber mal 12 Jahre alt, aber sowas hatte ich nie. Ich habe aber schon des öfteren gehört, dass Kinder/Jugendliche tatsächlich immer genau das machen wollen, was verboten ist... Ob es haber helfen wird, wenn du ihm einfach nicht mehr verbietest zu spielen?? Ich bezweifle es mal.

Ich selber habe zum Glück kein Kind, und habe damit mit Erziehung zum Glück nichts zu tun, aber vielleicht kann dir ja jemand anderes hier noch einen Rat geben, deswegen schieb ich deine Frage mal nach oben.

Alles Gute
TanCan
Pagemaster
Beiträge: 35
Registriert: 24. Mai 2016 16:36

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von TanCan » 17. September 2016 18:57

Hallo Fienchen,
ist defintiv kein ADS Problem...vielleicht ist es ein wenig extremer aber momentan beobachte ich das bei vielen Kindern im Umfeld. Wenn ich meine Jungs lassen würde, würden sie auch von morgens bis abends Minekraft spielen...voll das bescheurte Spiel aber na ja
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 21. Juni 2019 16:57

Hallo zusammen,

dies ist mein 1. Beitrag.
Ich spiele seit 30 Jahren an Geldspielgeräten, ich behaupte mal, dass mir sehr leicht langweilig wird, ich auch eine innere Leere empfinde, ziellos von einem Tag in den anderen hineinlebe, nervös bin, ungeduldig bin usw.......Ich bin sofort schlimm süchtig geworden, und ich glaube, dass sowas vererbt und auch damit zu tun hat:
--->
http://www.adhs-deutschland.de/Home/Beg ... Sucht.aspx

Mein Arzt für Psychiatrie ist davon felsenfest überzeugt, dass neben dem Aspergersyndrom auch ADS bei mir vorliegt, welches aber bei einer sogenannten "medizinischen Untersuchung" im Rahmen einer Klage gegen das örtliche Versorgungsamt nicht bestätigt werden konnte.
Das möchte ich hier irgendwann später eventuell hier im Forum diskutieren.

Meint Ihr, dass ADHS eine Spielsucht verstärkt?
Chaosqueen1286
Foruminventar
Beiträge: 500
Registriert: 11. Februar 2019 13:35
Alter: 32

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Chaosqueen1286 » 21. Juni 2019 17:45

Weggetreten hat geschrieben:
21. Juni 2019 16:57
Hallo zusammen,

dies ist mein 1. Beitrag.
Ich spiele seit 30 Jahren an Geldspielgeräten, ich behaupte mal, dass mir sehr leicht langweilig wird, ich auch eine innere Leere empfinde, ziellos von einem Tag in den anderen hineinlebe, nervös bin, ungeduldig bin usw.......Ich bin sofort schlimm süchtig geworden, und ich glaube, dass sowas vererbt und auch damit zu tun hat:
--->
http://www.adhs-deutschland.de/Home/Beg ... Sucht.aspx

Mein Arzt für Psychiatrie ist davon felsenfest überzeugt, dass neben dem Aspergersyndrom auch ADS bei mir vorliegt, welches aber bei einer sogenannten "medizinischen Untersuchung" im Rahmen einer Klage gegen das örtliche Versorgungsamt nicht bestätigt werden konnte.
Das möchte ich hier irgendwann später eventuell hier im Forum diskutieren.

Meint Ihr, dass ADHS eine Spielsucht verstärkt?
Adhsler können alles zur Sucht machen ob substanzgebunden oder nicht. Das hat wohl etwas mit dem Dopamindefizit zu tun.
Gerade so Glückssspiele oder egal was nur dazu führt das Dopamin ausgeschüttet wird machen wir gerne zur Sucht. Das ist Quasi auch ne Form von Selbstmedikation würd ich mal behaupten
👉🏻Im Hippocampus leben keine Nilpferde👈🏻
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 21. Juni 2019 19:17

@Chaosqueen1286

Ja, ich habs sehr gern zur Sucht gemacht.
Das ist sehr oft ein schlimmer Teufelskreis gewesen.
Alle Übergänge sind dann fliessend und irgendwann hat man mehr verspielt, als man sich eigentlich leisten kann.
Die Frage ist halt, ob das ohne dieses ADHS so extrem schlimm geworden wäre, als auch natürlich durch andere Defizite. (Asperger, Depression usw.)
Ich war ja nicht der einzigste in der Familie, der gespielt hat. Dopamin kann man sich ja übrigens auch durch Nikotin "besorgen".
Chaosqueen1286
Foruminventar
Beiträge: 500
Registriert: 11. Februar 2019 13:35
Alter: 32

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Chaosqueen1286 » 21. Juni 2019 22:13

Weggetreten hat geschrieben:
21. Juni 2019 19:17
@Chaosqueen1286

Ja, ich habs sehr gern zur Sucht gemacht.
Das ist sehr oft ein schlimmer Teufelskreis gewesen.
Alle Übergänge sind dann fliessend und irgendwann hat man mehr verspielt, als man sich eigentlich leisten kann.
Die Frage ist halt, ob das ohne dieses ADHS so extrem schlimm geworden wäre, als auch natürlich durch andere Defizite. (Asperger, Depression usw.)
Ich war ja nicht der einzigste in der Familie, der gespielt hat. Dopamin kann man sich ja übrigens auch durch Nikotin "besorgen".
Wie war das bei dir hast du irgendwann mal angefangen zu spielen und dann relativ schnell einen Größeren Gewinn eingefahren?
Was gibt dir dieses Spielen bzw löst es aus?

Ich weiß nicht ob man es sagen kann ob es mit oder ohne adhs schlimm geworden wäre ich denk das ist wie bei fast allem individuell.
Ich hab in meinem Leben noch nicht all soviel spielautomaten gespielt wenn dann onlinecasino und auch eig nur wenn ich freispiele geschenkt bekommen habe.Meist hab ich dann noch wie es der teufel will gewonnen.gerade letztens hab ich 20freispiele bekommen und dann bei der 2. Umdrehungen ein sonderspiel bekommen und direkt 260€ ab da hatte ich mit diesem geld fast 3Tage abgesehen vom schlafen am stück gespielt und in dieser Zeit 3,7k durch den Automat gezockt.Ich konnte fast nicht ablassen weil es hatte mich unglaublich stimuliert aber ich hab mir dann gesagt ab da und da mach ich auszahlung. Heute würde mir aber trotz allem nicht einfallen mir ne paysafecarte zu kaufen um mein glück erneut zu versuchen weil ich weiß das es im prinzip weggeworfenes geld ist und mich im anderen seeehr unwahrscheinlichen fall in die sucht treiben könnte.
Dafür war ich einige Jahre Konsolenspielsüchtig(egoshooter) der auslöser dafür war vermutlich das ich dieses spiel relativ schnell perfektioniert hatte und zu99% immer 1. war und in der Weltrangliste 3. Das hat mich angefixt quasi und stimuliert und glücklich gemacht.Wäre ich nicht so gut in diesem spiel gewesen dann wäre es vermutlich nie zu dieser starken sucht gekommen.
Jetzt bin ich halt etwas Internetsüchtig denk ich 🙈
👉🏻Im Hippocampus leben keine Nilpferde👈🏻
ULBRE
Foruminventar
Beiträge: 1063
Registriert: 8. Februar 2018 22:08

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von ULBRE » 21. Juni 2019 23:19

Bei AD(H)S ist kurzfristige Belohnung genau so interessant wie bei Nichtbetroffenen, aber langfristige Belohnungen sind weniger interessant.
Das ist ein funktionales Stresssymptom: Überleben ist jetzt und hier. Nüsse sammeln für den Winter können wir gerne dann, wenn wir wissen, dass wir die momentane Bedrohung überlebt haben.
Der unterschied zwischen AD(H)S und selbstbedrohlichem Stress ist, dass bei AD(H)S die Stressreaktion abläuft ohne dass ein adäquater Stressor da wäre (weil die Stresssysteme im Dauerbetrieb sind (ADHS) oder zu schnell anfahren und abschalten (ADS)).

Diese Abwertung langfristiger Belohnungen führt im Ergebnis zu einer überhöhten Wertschätzung kurzfristiger Belohnungen - und das macht suchtanfälliger.

Viele GRüße

UlBre

p.s.: Minecraft finde ich ein geniales Spiel.
Das ist doch nichts anderes Lego in 3D, Farbe und Bewegung mit Interaktion mit anderen im Computer...
Ich kenne viele Kids, die da völlig drauf abfahren.
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 22. Juni 2019 07:00

Chaosqueen1286 hat geschrieben:
21. Juni 2019 22:13
Weggetreten hat geschrieben:
21. Juni 2019 19:17
@Chaosqueen1286

Ja, ich habs sehr gern zur Sucht gemacht.
Das ist sehr oft ein schlimmer Teufelskreis gewesen.
Alle Übergänge sind dann fliessend und irgendwann hat man mehr verspielt, als man sich eigentlich leisten kann.
Die Frage ist halt, ob das ohne dieses ADHS so extrem schlimm geworden wäre, als auch natürlich durch andere Defizite. (Asperger, Depression usw.)
Ich war ja nicht der einzigste in der Familie, der gespielt hat. Dopamin kann man sich ja übrigens auch durch Nikotin "besorgen".
Wie war das bei dir hast du irgendwann mal angefangen zu spielen und dann relativ schnell einen Größeren Gewinn eingefahren?
Was gibt dir dieses Spielen bzw löst es aus?

Ich weiß nicht ob man es sagen kann ob es mit oder ohne adhs schlimm geworden wäre ich denk das ist wie bei fast allem individuell.
Hallo nochmal,

Danke für die Rückantwort und dass du mir erzählt hast, wie es bei Dir mit dem Spielen läuft.

am Anfang bin ich aus Langeweile oft in Spielhallen gegangen und habe am Anfang nur Videospiele, Flipper und Punktepoker gespielt. Dabei war man da damals schon mit ein paar Marken.

Dann habe ich einen "Bekannten" getroffen, der damals schon einiges an Geld in der Tasche hatte und richtiger Zocker war. Ich habe mich danebengesetzt aus Langeweile und ihm zugeschaut, er hat mich auch oft animiert, zur Spielhalle zu kommen und als ich dann auch anfing, auf die Stop und Risikotaste zu drücken und die Lichter und das Spielgeschehen zu beobachten, packte es mich relativ schnell und auch intensiv. Und ich wurde unkonzentriert und reizüberflutet. Ich hatte auf einmal einen Druck im Kopf, der sich dann eben in der Spielhalle "abbauen" liess.

Spielen putscht mich auf und spricht meine Gier und meine Egozentrik an.

Man beschäftigt sich da, und in dieser Traum und Ersatzwelt vergisst man seine Probleme und den Alltag. Obwohl das Erwachen oft böse ist.

Ersatzwelt als Ausgleich/Ablenkung für Einsamkeit und andere ungute Gefühle.

Eigentlich habe ich am Anfang gar nicht so viel gewonnen, aber die Möglichkeit zu "gewinnen" reizt mich natürlich. Und die Verluste werden natürlich verdrängt. Direkt am nächsten Tag ist die "Hoffnung" wieder frisch, man hat vergessen, dass man schon verloren hat (vorher)

Ja, man will seine Gier bedienen, je schneller, je mehr, je besser! Und man lebt irgendwie verantwortungslos von einem Tag in den anderen.

Mein Bruder hat es davor auch schon recht kritisch gesehen, dass ich so viele Stunden konzentriert vor Computerspielen sitzen konnte.

Mfg
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 22. Juni 2019 07:20

(.......)
Diese Abwertung langfristiger Belohnungen führt im Ergebnis zu einer überhöhten Wertschätzung kurzfristiger Belohnungen - und das macht suchtanfälliger.

Viele GRüße

UlBre
Hallo Ulbre,
vielen Dank für Deine Erläuterungen und Rückantwort.
Ja, kurzfristige Belohnungen als Reiz......jeden Tag aufs neue und immer mehr.....auch davon, dass man so gepohlt ist, davon profitiert die Automatenwirtschaft.......und ich bilde mir halt ein, dass ich auch durch ADHS suchtanfälliger bin und dass das Ganze so extrem abläuft und dass man nicht so leicht davon ablassen kann.....

mfg
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 22. Juni 2019 07:42

@Chaosqueen1286
Ja , durch Gewinne und Gewinnangebote wird man angezogen....gut ist ja, dass du mit dem gewonnenen Geld tagelang Spielspass haben durftest.....und andere Spiele werden auch interessant, weil man gewisse "Taktiken" und "Strategien" anwendet.....du schreibst ja "perfektioniert"

Schlimm ist es, wenn man verlorenes Geld zurückgewinnen will, sensibel ist und sich ärgert....und keine ausreichenden Gewinne mehr kommen, so dass man noch eine "Belohnung" empfinden könnte......
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 22. Juni 2019 07:58

@Ulbre
Überleben im jetzt und hier
Darum lebe ich wahrscheinlich von einen Tag in den anderen und will profitieren, ohne an die Zukunft zu denken und zu planen.....
Stressreaktion ohne Stressor bei ADHS
Das würde eventuell meine übermässige Nervösität erklären, wo andere Menschen vielfach bei gewissen Standardsituationen von verschont geblieben sind
Chaosqueen1286
Foruminventar
Beiträge: 500
Registriert: 11. Februar 2019 13:35
Alter: 32

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Chaosqueen1286 » 22. Juni 2019 12:58

Weggetreten hat geschrieben:
22. Juni 2019 07:00
Chaosqueen1286 hat geschrieben:
21. Juni 2019 22:13
Weggetreten hat geschrieben:
21. Juni 2019 19:17
@Chaosqueen1286

Ja, ich habs sehr gern zur Sucht gemacht.
Das ist sehr oft ein schlimmer Teufelskreis gewesen.
Alle Übergänge sind dann fliessend und irgendwann hat man mehr verspielt, als man sich eigentlich leisten kann.
Die Frage ist halt, ob das ohne dieses ADHS so extrem schlimm geworden wäre, als auch natürlich durch andere Defizite. (Asperger, Depression usw.)
Ich war ja nicht der einzigste in der Familie, der gespielt hat. Dopamin kann man sich ja übrigens auch durch Nikotin "besorgen".
Wie war das bei dir hast du irgendwann mal angefangen zu spielen und dann relativ schnell einen Größeren Gewinn eingefahren?
Was gibt dir dieses Spielen bzw löst es aus?

Ich weiß nicht ob man es sagen kann ob es mit oder ohne adhs schlimm geworden wäre ich denk das ist wie bei fast allem individuell.
Hallo nochmal,

Danke für die Rückantwort und dass du mir erzählt hast, wie es bei Dir mit dem Spielen läuft.

am Anfang bin ich aus Langeweile oft in Spielhallen gegangen und habe am Anfang nur Videospiele, Flipper und Punktepoker gespielt. Dabei war man da damals schon mit ein paar Marken.

Dann habe ich einen "Bekannten" getroffen, der damals schon einiges an Geld in der Tasche hatte und richtiger Zocker war. Ich habe mich danebengesetzt aus Langeweile und ihm zugeschaut, er hat mich auch oft animiert, zur Spielhalle zu kommen und als ich dann auch anfing, auf die Stop und Risikotaste zu drücken und die Lichter und das Spielgeschehen zu beobachten, packte es mich relativ schnell und auch intensiv. Und ich wurde unkonzentriert und reizüberflutet. Ich hatte auf einmal einen Druck im Kopf, der sich dann eben in der Spielhalle "abbauen" liess.

Spielen putscht mich auf und spricht meine Gier und meine Egozentrik an.

Man beschäftigt sich da, und in dieser Traum und Ersatzwelt vergisst man seine Probleme und den Alltag. Obwohl das Erwachen oft böse ist.

Ersatzwelt als Ausgleich/Ablenkung für Einsamkeit und andere ungute Gefühle.

Eigentlich habe ich am Anfang gar nicht so viel gewonnen, aber die Möglichkeit zu "gewinnen" reizt mich natürlich. Und die Verluste werden natürlich verdrängt. Direkt am nächsten Tag ist die "Hoffnung" wieder frisch, man hat vergessen, dass man schon verloren hat (vorher)

Ja, man will seine Gier bedienen, je schneller, je mehr, je besser! Und man lebt irgendwie verantwortungslos von einem Tag in den anderen.

Mein Bruder hat es davor auch schon recht kritisch gesehen, dass ich so viele Stunden konzentriert vor Computerspielen sitzen konnte.

Mfg
Ich danke dir für deine ausführliche Schilderung.War interssant zu erfahren. Ich kann es nicht einschätzen
👉🏻Im Hippocampus leben keine Nilpferde👈🏻
Chaosqueen1286
Foruminventar
Beiträge: 500
Registriert: 11. Februar 2019 13:35
Alter: 32

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Chaosqueen1286 » 22. Juni 2019 13:23

Weggetreten hat geschrieben:
22. Juni 2019 07:42
@Chaosqueen1286
Ja , durch Gewinne und Gewinnangebote wird man angezogen....gut ist ja, dass du mit dem gewonnenen Geld tagelang Spielspass haben durftest.....und andere Spiele werden auch interessant, weil man gewisse "Taktiken" und "Strategien" anwendet.....du schreibst ja "perfektioniert"

Schlimm ist es, wenn man verlorenes Geld zurückgewinnen will, sensibel ist und sich ärgert....und keine ausreichenden Gewinne mehr kommen, so dass man noch eine "Belohnung" empfinden könnte......
Wie gesagt bei mir ging es um Konsolen also Playstation3 ich hatte eig nur Battlefield (online)gespielt angefangen mit bad company2 dann battlefield3 & battlefield4.Nur das Gewinnen hat mich dazu angespornt es so lange zu spielen.Hätte ich nicht relativ früh "erfolgserlebnise" gehabt dann hätte ich vermutlich abgebrochen bzw schnell den Spaß daran verloren.Für mich wurden andere spiele dadurch nicht wirklich interessant weil 1.kein spiel für mich persönlich diesem spiel das wasser reichen konnte und auch kein spiel steuerungstechnisch genau so ist da hätte ich mich erstmal neu einfuchsen müssen. Der Cut kam dann als ich plötzlich nichtmehr spielen konnte da ich ein großes Update hätte laden müssen und ich spielte damals über hotspot vom handy da reichte das datenvolumen nicht. Anfangs war es schwierig für mich und lies dann aber nach. Wenn ich heute drüber nachdenke kann ich mich selbst net verstehen bzw das dass mal so war. Könnte mir auch nicht vorstellen je wieder battlefield zu spielen.Dahingegen spiel ich heute ab und an mal noch ps4 aber exzessiv nie wieder denk ich.Damals nahm ich auch noch keine medis vllt macht das auch schon was aus.Außerdem hab ich meinen Daumen "kaputt" gespielt.(eingeklemmte sehne bzw schnappfinger) das tut dann nach ner gewissen zeit weh beim spielen
👉🏻Im Hippocampus leben keine Nilpferde👈🏻
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 71
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: Ads und Spielsucht?!

Beitrag von Weggetreten » 22. Juni 2019 21:45

@Chaosqueen1286
Wenn du durch die Spielerei keine finanziellen (schmerzhaften) Verluste erleidest und dich dieses "Hobby" nicht beherrscht, dann ist doch alles mehr oder minder noch im "grünen" Bereich. Ggfs. gestaltest du Deine Freizeit jetzt schwerpunktmäßig anders.....
Antworten

Zurück zu „ADHS / ADS Test und Diagnose*“