Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Trantüte
Andersweltler
Beiträge: 6
Registriert: 11. August 2013 22:20

Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Trantüte » 19. August 2013 01:11

Guten Abend,

ich bin ein Student mit ADS-Diagnose und lese hier im Forum seit einiger Zeit mit.

Obwohl ich es super finde, dass es hier ein extra getrenntes Forum für ADS/Hypoaktivität gibt,
wundert es mich umso mehr dass hier kaum über das Sluggish Cognitive Tempo (SCT)-Konzept
(Link zur englischen Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Sluggish_cognitive_tempo) geredet wird-
obwohl es ja nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen vermutlich sogar eine eigene
Aufmerksamkeitsstörung neben ADHS darstellen soll.

Daher jetzt meine Fragen:
Gibt es hier jemanden mit ADS, der sich selbst oder andere betroffene Menschen darin besonders wiedererkennt?
Welche Behandlung hat hierbei wirklich geholfen??

Für alle, die sich mit diesem Thema noch nicht so auskennen und lieber etwas auf Deutsch lesen wollen,
hier noch ein kurzer Ausschnitt aus dem sehr guten Handbuch für Erwachsene von Dr. Barkley (ADHS-Spezialist aus den USA) dazu:
(Hoffe, dass es bei dieser Länge noch gerade im Rahmen des Erlaubten ist.)

"Wenn das Störungsbild von ADHS nicht so richtig auf Sie zutrifft

Die Fachperson, die Sie auf ADHS getestet hat, erklärt Ihnen vielleicht, dass Sie möglicherweise einen bestimmten «Subtyp» von ADHS haben.
Das DSM-IV unterscheidet drei dieser Subtypen:

       1.   Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typus.
       2.   Vorwiegend unaufmerksamer Typus.
       3.   Mischtypus

Die drei Subtypen von ADHS:

•Der Mischtypus ist der häufigste (ca. 65% oder mehr aller klinischen Fälle) und zugleich der schwerste ADHS-Subtyp.
Er umfasst alle Merkmale, die in den 18 DSM-Kriterien enthalten sind. Kein anderer Subtyp ist so gründlich erforscht worden
wie der Mischtypus: In den letzten 100 Jahren wurden Tausende von Studien über diese Gruppe veröffentlicht.

•Der vorwiegend hyperaktive Typus wurde 1994 identifiziert. Personen mit dieser Form von ADHS erfüllen die Kriterien der Unaufmerksamkeit nicht in dem Maße,
dass man ihnen einen Mischtypus diagnostizieren könnte. Sie haben hauptsächlich Schwierigkeiten mit impulsivem und hyperaktivem Verhalten.

•Heute geht man davon aus, dass der vorwiegend hyperaktive Typus in den meisten Fällen lediglich ein frühes Entwicklungsstadium des Mischtypus darstellt.
Immerhin entwickeln 90 % aller Personen, die vorwiegend hyperaktiv sind, innerhalb von drei bis fünf Jahren so viele Probleme mit Aufmerksamkeit und Ablenkbarkeit,
dass man ihnen den Mischtypus diagnostizieren kann. Die übrigen 10% haben offenbar eine leichtere Variante des Mischtypus.

•Personen, die vorwiegend Aufmerksamkeitsprobleme haben, jedoch nicht hyperaktiv sind und auch keine Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle haben,
wird der vorwiegend unaufmerksame Typus diagnostiziert. Dieser Subtyp wurde erstmals um 1980 beschrieben und macht etwa 30%
oder mehr aller berichteten klinischen Fälle aus. Viele dieser Fälle sind lediglich leichtere Formen des Mischtypus.

Das Problem ist, dass diese Unterteilung die Diagnostik mitunter verworrener macht, da sich die einzelnen Gruppen überschneiden
und genaugenommen eher verschiedene Schweregrade als klar umschriebene Typen bezeichnen. Es ist daher anzunehmen,
dass die Unterteilung in dieser Form in der nächsten DSM-Ausgabe (das DSM-V erscheint voraussichtlich 2013) nicht übernommen wird.

Um das Ganze noch komplizierter zu machen: 30 bis 50% der Personen, die dem überwiegend unaufmerksamen Typus zugeordnet werden,
haben möglicherweise gar keine ADHS, sondern etwas, das manche Wissenschaftler (ich selbst auch),
als «träges kognitives Tempo» (sluggish cognitive tempo, SCT) bzw. als eine unabhängige Aufmerksamkeitsstörung bezeichnen.

Treffen die folgenden Merkmale auf Sie zu? Einige scheinen das genaue Gegenteil von ADHS zu sein:

• Tagträumen, geistige Abwesenheit
• Vor sich hinstarren
• Langsame Bewegungen, langsames Arbeitstempo
• Hypoaktiv, lethargisch, träge
• Leicht irritierbar
• geistig «benebelt»
• Langsame und  häufig  fehlerhafte  Informationsverarbeitung
• Mangelnder Aufmerksamkeitsfokus oder Unfähigkeit, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu unterscheiden,
vor allem, wenn sie rasch verarbeitet werden müssen
• Schwierigkeiten, Lerninhalte dauerhaft zu erinnern
• Zurückhaltend, schüchtern oder in sich zurückgezogen
• Im Vergleich zum ADHS-Mischtypus eher passiv und zögerlich als impulsiv
• Anderes Muster von Begleitstörungen als bei ADHS:

    -Seltener Störung mit oppositionellem Trotzverhalten
    -Seltener antisoziales Verhalten oder Störung des Sozialverhaltens mit Lügen,
     Stehlen, Schlägereien
    -Häufiger ängstlich und depressiv
    -Schwierigkeiten bei schulischem Arbeiten rühren eher von Fehlermachen als
      von verminderter Produktivität her.

Falls dieses Muster eher auf Sie zutrifft, sollten Sie die Fachperson, die Sie auf ADHS testet, darauf hinweisen.
Über dieses Syndrom - ob es sich nun um einen anderen ADHS-Subtyp oder um eine eigenständige Aufmerksamkeitsstörung handelt-
ist wissenschaftlich so wenig bekannt, dass es in diesem Buch nicht weiter verfolgt wird."

Quelle: Russell A. Barkley: Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS. Verlag Hans Huber, Bern 2012, S. 49f.
Gute Nacht und viele Grüße  :zwink:,
Trantüte
Zuletzt geändert von Trantüte am 19. August 2013 01:11, insgesamt 1-mal geändert.
Martin Winkler
Pagemaster
Beiträge: 203
Registriert: 25. Februar 2006 14:59
Wohnort: Rosche
Kontaktdaten:

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Martin Winkler » 19. August 2013 11:37

Interessantes Thema. Barkley steht ein wenig allein mit der These. Wobei das "zähe" Denken bzw. die Verlangsamung eben eine Form von Aufmerksamkeitsproblemen sein kann. Ich werde im September in Mainz auf dem ADHS-Symposium dazu was sagen. Nach meiner Erfahrung ist es vor allem ein Problem, dass man ständig gegen sein inneres Grundtempo anleben muss. Der eigene Ryhthmus ist halt anders (langsamer) als bei den neurotypischen Menschen. Man ist etwas genauer bzw. muss mehr überprüfen (wegen den Problemen der höheren Handlungsfunktionen), aber man kommt halt nie mit der Zeit richtig hin.

Dann muss man quasi immer "schneller" leben als man kann. Das schlaucht. Und diese Grunderfahrung kann dann auch depressiv (oder zwanghaft) machen. Und wie eine Burnout-Symptomatik aussehen.

Wichtig ist halt, dass diese Verlangsamung eben auch schon früher als im Studium auffällig gewesen sein muss. Sonst ist es halt kein SCT oder ADD
http://adhsspektrum.wordpress.com
ADHS-Spektrum Dr. Martin Winkler bloggt ...

Ab 1.8.2013 Saale Klinik 1 Psychosomatik in Bad Kösen mit ADHS-Bereich
Benutzeravatar
micha
Foruminventar
Beiträge: 529
Registriert: 13. Februar 2007 11:52
Wohnort: Baden-Württemberg
Alter: 51

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von micha » 19. August 2013 19:10

Hallo ,
Martin Winkler hat geschrieben: Wobei das "zähe" Denken bzw. die Verlangsamung eben
eine Form von Aufmerksamkeitsproblemen sein kann.
Das Besondere bei der hypoaktiven ADHS Variante
Kann man dazu vorher schon mal irgendwo etwas lesen ?

Nach meiner Erfahrung ist es vor allem ein Problem, dass man ständig gegen sein inneres Grundtempo anleben muss.
(...) Dann muss man quasi immer "schneller" leben als man kann. Das schlaucht. Und diese
Grunderfahrung kann dann auch depressiv (oder zwanghaft) machen.
Und wie eine Burnout-Symptomatik aussehen.
*öhm* Danke , das bescheibt genau "mein Problem" .

:berg:
Bild ~ M i c h a
Benutzeravatar
micha
Foruminventar
Beiträge: 529
Registriert: 13. Februar 2007 11:52
Wohnort: Baden-Württemberg
Alter: 51

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von micha » 19. August 2013 19:12

*grmpf* nun zitiert ich mich schon selber ....
Zuletzt geändert von micha am 19. August 2013 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
Bild ~ M i c h a
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Hanghuhn » 19. August 2013 20:39

Irritiert hat mich folgende Aussage: [quote="Russell A. Barkley"]
Viele dieser Fälle sind lediglich leichtere Formen des Mischtypus.  [/quote]
Ich finde das sehr interessant, kann mich aber erinnern, dass schon einmal hier im Forum jemand über "sluggish cognitive tempo" geschrieben bzw. nachgefragt hat. Ich bin kein Experte. Ich habe mich einfach vor Jahren bei den Symptomen wiedergefunden, die zu ADS beschrieben wurden.

Ich hatte und habe aber schon immer ein Problem mit den Begrifflichkeiten. ADS wird meistens als ADHS mit "fehlender" Hyperaktivität dargestellt. Ist schon komisch. Da wird ein Begriff aus 4 Buchstaben kreiert, dann wird ein weiterer Begriff gebildet, dem dann ein Buchstabe "fehlt".

Hier ging es um einen Beitrag im Fernsehen.
Den Beitrag, in dem ich schrieb, dass ich meine, ein ganz eigenes Störungsbild zu haben, habe ich nicht gefunden, kann auch innerhalb der anderthalb verloren gegangenen Jahre verschütt gegangen sein.

Martin Winkler hat das ganz gut beschrieben. Man kämpft tagtäglich gegen das eigene viel langsamere Tempo an, fühlt sich von den anderen mitgezerrt.
Ob "das "zähe" Denken bzw. die Verlangsamung eben eine Form von Aufmerksamkeitsproblemen sein kann", da bin ich mir nicht ganz sicher, halte es aber für durchaus möglich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir die Informationen für ein gerade anstehendes Problem regelrecht verschütt gegangen sind, ich kann sie dann einfach nicht abrufen, bis mir die Informationen in den Kopf schießen - oder eben nicht.

Bis auf die für mich irritierende Stelle erscheint mir die Aussage von Russell A. Barkley sehr plausibel. Es wäre mal endlich angebracht, dass sich Psychologen mit diesem Thema etwas mehr beschäftigen würden. Ich finde es nämlich katastrophal, dass es immer noch Psychologen gibt, die eine ADHS-Diagnose sehr wohl anerkennen, aber allen Ernstes behaupten, ADS gäbe gar nicht, damit aber nicht etwa die Sichtweise von Russell A. Barkley einnehmen, sondern es völlig ablehnen, dass es etwas in der Art überhaupt gibt.
LG Hanghuhn
Falschparker
Foruminventar
Beiträge: 4971
Registriert: 28. Mai 2008 13:37
Wohnort: Kleinstadt
Alter: 52

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Falschparker » 19. August 2013 23:42

[quote="Hanghuhn"]
Ich finde das sehr interessant, kann mich aber erinnern, dass schon einmal hier im Forum jemand über "sluggish cognitive tempo" geschrieben bzw. nachgefragt hat.[/quote]

Ja, das war Moron. http://www.adhs-anderswelt.de/index.php ... 331.0.html
<><
Trantüte
Andersweltler
Beiträge: 6
Registriert: 11. August 2013 22:20

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Trantüte » 20. August 2013 01:25

Danke für alle Antworten...

@Martin Winkler:

Ja, ich finde das "ständig gegen sein inneres Grundtempo anleben" müssen ist sehr treffend formuliert und trifft es (auch in meinem Fall)
zum Teil schon sehr gut.
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf Ihren Vortrag in Mainz - werden Sie denn da auch über SCT im Speziellen reden oder
nur über den Zusammenhang von ADS und "Lebenstempo" im Allgemeinen??

Ich frage deshalb, weil ich (wie Hanghuhn) persönlich finde, dass die Symptomatik, die durch SCT beschrieben wird
und bei einem Teil der Hypoaktiven auftritt, auch von den "echten" deutschen Spezialisten viel, viel zu wenig beachtet wird.
Insofern wäre das Symposium bestimmt eine gute Gelegenheit, allen diesen ganzen Symptomkomplex etwas mehr ins Bewusstsein zu rufen
-nicht zuletzt auch, weil die Behandlung vielleicht ganz anders als bei klassischem ADHS aussehen müsste
(Stichwort: ggf.  z.B. Modafinil statt Stimulanzien, siehe Vorträge von Barkley unten)...
Barkley steht ein wenig allein mit der These
Für die gegenwärtige Situation stimmt das leider ganz sicher, was aber vielleicht auch daran liegt, dass sich viele andere
bekannte ADHS-Experten in den letzten Jahren überhaupt gar nicht mehr zu den Subtypen und SCT geäussert haben.
Andererseits ist das SCT-Konzept ja alles andere als neu und wurde schon vor fast 30 Jahren in die wissenschaftliche
ADHS-Literatur eingeführt (ich glaube von den Wissenschaftlern Caryn Carlson und Neeper in den 80er Jahren).
Schon dort hat sich bei den Untersuchungen interessanterweise auf jeden Fall immer wieder gezeigt, dass es neben den beiden
typischen Grunddimensionen aus denen sich ADHS statistisch zusammensetzt (Unaufmerksamkeit und Impulsivität/Hyperaktivität)
eine dritte (SCT-)Dimension gibt, die von den ersten beiden relativ unabhängig ist.

Aber es ist etwas erschreckend, wie wenig Studien sich seitdem explizit damit und dem unaufmerksamen Typus
(besonders hier in Deutschland) befasst haben. :kk:
Denn selbst im deutschen Wikipediaartikel und dem offiziellen Bericht der Bundesärztekammer (!) zu ADHS wird gesagt,
dass der unaufmerksame Subtyp im Gegensatz zum Mischtyp nach wie vor immer noch "nicht ausreichend untersucht ist":
Und leider ist hier bei uns auch keine Verbesserung in Sicht   :ak:...


Hier noch zwei ausführlichere Videos (von Dr. Barkley) zum Thema:

http://seraph.cchmc.org/mediasiteex/Vie ... 39c87c6fce (Zur Ärzte-Weiterbildung)
Folien dazu: http://www.chadd.org/Portals/0/PDFs/FC1.pdf

http://adda.adobeconnect.com/p3ua5bhtsl6/&nbsp; (Webinar von der Selbsthilfeorganisation ADDA für betroffene Erwachsene)
Folie dazu: http://c.ymcdn.com/sites/www.add.org/re ... isorde.pdf
Zuletzt geändert von Trantüte am 20. August 2013 01:48, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Hanghuhn » 20. August 2013 07:01

Zuletzt geändert von Hanghuhn am 20. August 2013 07:19, insgesamt 1-mal geändert.
LG Hanghuhn
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Hanghuhn » 8. September 2013 19:14

Ich muss mich mal wieder selbst zitieren.

[quote="Hanghuhn"]
Ob "das "zähe" Denken bzw. die Verlangsamung eben eine Form von Aufmerksamkeitsproblemen sein kann", da bin ich mir nicht ganz sicher, halte es aber für durchaus möglich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir die Informationen für ein gerade anstehendes Problem regelrecht verschütt gegangen sind, ich kann sie dann einfach nicht abrufen, bis mir die Informationen in den Kopf schießen - oder eben nicht.
[/quote]

Ob das Denken eines Menschen mit SCT unbedingt "zäh" ist, ist eher eine Form der Wahrnehmung durch andere. Ich selbst habe manchmal das Gefühl, mich in eine Sache zu verbeißen, was auch eine Form der falsch gelenkten Aufmerksamkeit sein kann. Das hat aber eher etwas damit zu tun, dass ich mich gar nicht ablenken lasse, obwohl es in manchen Situationen ja auch mal angebracht ist, anderen zuzuhören. Ich bin eher meiner eigenen Gedankenwelt verhaftet und wirke dann zäh, wenn etwas von außen an mich herangehtragen wird.

Wenn ich selbst über etwas nachdenke, was gerade mein Thema ist, bin ich alles andere als zäh. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich mich nicht so richtig mit dem Begriff "´zähes Denken" identifizieren kann, was aber fast überall zu lesen ist.
LG Hanghuhn
Benutzeravatar
moron
Pagemaster
Beiträge: 41
Registriert: 23. Februar 2012 22:53

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von moron » 9. September 2013 15:58

Ach ja, der Kram mit dem SCT hat mich nach meiner Diagnose extrem unsicher gemacht. "Scheiße, dann stimmt deine Diagnose ja gar nicht. Was mach ich denn jetzt? blablabla."

Ich muss sagen, dass ich Barkley momentan allgemein skeptisch gegenüber stehe. Spätestens bei seiner These, ADHS hätte nichts Positives steigt hier wohl jeder aus. Hyperfokus? Ideenreichtum? Und im Gegensatz zu seiner Behauptung gibt es vorallem für Letzteres sehr wohl Untersuchungen (jemand hier im Forum hatte da mal ein Interview verlinkt).

[quote="Hanghuhn"]Ob das Denken eines Menschen mit SCT unbedingt "zäh" ist,[/quote]

Also ich habe Barkleys Vorträge nicht so verstanden, dass bei SCT das Denken wirklich langsam sein soll. Der Name SCT scheint mir völlig falsch gewählt zu sein (ist bei AD(H)S ja auch nicht anders, denn es fehlt nicht an Aufmerksamkeit, sondern an der Kontrolle von dieser). SCT sollen nur immer in Gedanken versunken sein und bekommen dadurch Aufmerksamkeitsprobleme.

Die eigentliche Ursache für die Probleme der Betroffenen von SCT sind bisher vollkommen unbekannt. Ich hab bisher noch nicht einmal gehört, woran das nun genau liegen soll. Ich kenne nur verschiedene Hypothesen (Zwanghaftes Träumen, eine abgeschwächte Form der Narkolepsie, usw.).

[quote="Hanghuhn"] ist eher eine Form der Wahrnehmung durch andere.[/quote]

Seh ich genauso. Ich kann bei jedem Symptom von SCT einen Haken machen, was mich betrifft. Langsam, verträumt, schnell müde, starrt ins Leere, usw. Das bin alles ich, ABER ich denke nicht langsam. Ich hänge an interessanten Themen fest oder drifte mit meinen Gedanken ab von einem Thema zum nächsten, wenn es mal uninteressant wird, aber ich denke nicht langsam. Von außen mag das anders erscheinen.

SCT ist, soweit ich das an mir selbst merke, daher nur ADS im Zusammenhang mit Introversion, auch die Komorbiditäten passen dazu. Die sind bei SCT nämlich komischerweise nach innen gewannt (Depression, Angst) und nicht nach außen (ODD, Agressivität) wie bei ADHS.
(bevor das jemand falsch versteht: nicht jeder hat diese Komorbiditäten, ich will nicht sagen, dass alle Hypies aggressiv sind usw. genauso wenig, wie nicht alle Hypos depressiv sind (ich bin es z.B. nicht))
Trantüte
Andersweltler
Beiträge: 6
Registriert: 11. August 2013 22:20

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Trantüte » 24. September 2013 00:14

@Hanghuhn und Moron:

[quote="Hanghuhn"]
Ob das Denken eines Menschen mit SCT unbedingt "zäh" ist,
[/quote]

[quote="moron"]
Also ich habe Barkleys Vorträge nicht so verstanden, dass bei SCT das Denken wirklich langsam sein soll. [...]
Seh ich genauso. Ich kann bei jedem Symptom von SCT einen Haken machen, was mich betrifft. Langsam, verträumt, schnell müde, starrt ins Leere, usw. Das bin alles ich, ABER ich denke nicht langsam.
[/quote]

Ich habe es auch so verstanden dass das "cognitive tempo" bei SCT evtl. eher mit Wahrnehmungstempo übersetzt werden sollte und sich mehr darauf bezieht, als auf die Geschwindigkeit des Denkens an sich. Denn diese Art von "Verarbeitungsgeschwindigkeit" (im Gegensatz etwa zum Denktempo) hängt wohl viel stärker und enger auch vom Wachheitsgrad/"Arousal" des ZNS ab, der bei SCT ja deutlich beeinträchtigt erscheint...
D.h., ich habe das Gefühl, dass damit eher ein "zähflüssiger" und langsamer Wahrnehmungsstil gemeint ist- also Probleme z.B. damit, die Aufmerksamkeit rasch von einem alten Reiz abzuziehen und sich schnell einem neuen zuzuwenden (es gibt ja ein spezielles neuronales Aufmerksamkeitsnetzwerk für diese Funktion), sich in einer neuen Situation sehr zügig zu orientieren und einen Überblick zu verschaffen, wachsam seine Umgebung wahrzunehmen etc.
Also das, was Barkley in diesem Video (um 11:30 Min.) so beschreibt: " ADHD is a disorder of persistence over time toward goals specifically and the future more generally- it's a persistence disorder. This (SCT) is not- this is a problem with attending to the important aspects of what is happening around you, even at the moment.".

...An dieser Stelle wollte ich noch darauf hinweisen - falls es jemanden interessiert- dass ich zu SCT inzwischen jetzt einen ersten Artikelentwurf für Wikipedia verfasst habe, in der Hoffnung, damit das Thema endlich stärker in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit und Ärzte zu rücken...
Ist aber noch nicht offiziell aufgenommen und enthält bisher nur die wissenschaftliche Infos und Quellen, weil die am Besten belegbar waren.
...Hab mir gedacht, wenn ich mich schon aus Interesse durch die wissenschaftlichen Papers wühle, kann ich auch gleich an einem Text feilen und ein bisschen übersetzen ;-))...
Zuletzt geändert von Trantüte am 24. September 2013 00:26, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Farah
Foruminventar
Beiträge: 1201
Registriert: 23. Oktober 2010 16:11

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Farah » 24. September 2013 09:21

@ Trantüte: Deinen Wiki-Entwurf  :top: habe ich gelesen; sobald ich mehr Zeit habe, stürze ich mich auf die angegebenen Quellen.

Hast Du bei Deinen Recherchen vielleicht auch schon Hinweise auf differenziertere/gezieltere Behandlungsmöglichkeiten bei ADD und/oder SCT gefunden? Das würde mich brennend interessieren.

Farah  :winken:
:biene: 2
Trantüte
Andersweltler
Beiträge: 6
Registriert: 11. August 2013 22:20

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Trantüte » 25. September 2013 03:21

Hallo Farah,

vielen Dank für Dein Interesse an dem Entwurf- es freut mich natürlich sehr, wenn er Dir gefällt  :upsi:  ;-)...

Zum Thema Behandlung habe ich bis jetzt leider ausser dem, was schon in der englischen Wiki erwähnt wird,
auch nichts wirklich gut Untersuchtes gefunden: Dort wird vor allem erwähnt, dass MPH vermutlich wenn überhaupt nur in kleinen Dosen
geeignet ist und Amphetamine viel eher in Frage kommen. Begründet wird das mit der Vermutung, dass die
Probleme mit Wachheit, Arousal und Trägheit möglicherweise durch zu geringe Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin
zustande kommen (statt durch Störungen der Wiederaufnahme wie bei ADHS). Und eine Ausschüttung bewirken nur Amphetamine,
aber nicht MPH...

Ausserdem gibt es von Linda Pfiffner (Expertin für die Subtypen) noch ein Verhaltenstherapieprogramm extra für ADD/SCT .

Interessant fand ich auch, dass einige Studien für den unaufmerksamen Typ mit SCT-Symptomatik speziell die
Wichtigkeit von Noradrenalin und Adrenalin stark betonen. Dabei wurden z.B. hier beim unaufmerksamen Subtyp nicht nur im ZNS, sondern vor allem auch beim Adrenalinsystem des Nebennierenmarks starke Abweichungen entdeckt.
Am Ende heisst es:
Clinical Implications (EPI = Epinephrine):

It appears that individuals with ADHD-inattentive type have reduced adrenomedullary activity during cognitive
challenge and that the lower activity is associated with inattention. It can be tentatively suggested that deficits in
adrenomedullary functioning may contribute to the inattention seen in individuals with ADHD. The data
presented here, taken along with prior studies and the demonstrated effects of EPI on the brain and relevant
behaviors, prompt us to speculate that differences in adrenomedullary functioning may be important determinants
of a major domain of ADHD-related behavior. The restriction of the EPI findings to the inattention domain tends
to support the DSM-IV conceptualization of the components of ADHD-related behavior (Lahey et al., 1994).
Recent family-based genetic studies have also provided evidence that the DSM-IV-delineated domains of
ADHD-related behavior are differentially affected or influenced by specific genetic determinants (Rowe et al.,
1998; Waldman et al., 1998). Measurement of EPI excretion during cognitive challenge may provide a route to
assessing ADHD subtype, to predicting drug response, and to assessing affects of drug treatment. In addition,
and as has been suggested by Pliszka et al. (1996) and Keith McBurnett (personal communication, 1998), the
findings lend support to the idea that peripherally acting adrenaline analogs may be useful in treating ADHD
associated inattention.
Further research is needed to determine the causes and consequences of the finding
and to explore the possibility that adrenomedullary functioning may play an important role in the inattention component
of ADHD-related behavior.
Und so wie ich das verstehe, sind mit den "Adrenalin-Analoga" Stoffe gemeint, welche die Adrenalin-Wirkung nachahmen
können- wie u.a. etwa Ephedrin, aber auch andere...

Ausserdem ist mir persönlich schon länger - was aber nur reine Spekulation ist- die Ähnlichkeit von SCT-Symptomen wie
"starrt geistesabwesend ins Leere" mit der Absence-Epilepsie aufgefallen, sodass man
bei beidem auch ähnliche Ursachen vermuten und falls diese Symptome ein grosses Problem sind, evtl. sogar einen Versuch mit
einem Medikament wie Ethosuximid erwägen könnte.

...Dem Jungen in dem Video hier könnte man zumindest fast eine SCT-Symptomatik diagnostizieren, wenn man nichts von seinen Absencen weiss:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=H3iLQi6wt94[/youtube]

Hier zeigt sich die Ähnlichkeit auch ganz gut:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=mWK-oqwrJz0[/youtube]
Zuletzt geändert von Trantüte am 25. September 2013 03:27, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Melli15
Pagemaster
Beiträge: 131
Registriert: 16. März 2009 08:46
Wohnort: bei nürnberg
Alter: 38

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Melli15 » 18. Juni 2015 07:13

hallo
mein großer hat diese zusatz diagnose zum adhs.
suche an sich immer noch kinder erwachsene mit der gleichen diagnose für erfahrungsaustausch
Lg Melli mit
J(2002). ADHS mit ADHD with sluggish cognitive tempo spezielle unterform des adhs ;
L.(2005)  Mikrozytäre Anämie,  und ADHS ;
und A.(2008) Gesund und frech
Benutzeravatar
Psychotic_Black_Rabbit
Pagemaster
Beiträge: 243
Registriert: 21. September 2014 18:07

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Psychotic_Black_Rabbit » 19. Mai 2016 02:16

Zur zeit meiner recherchen rund um alles bezüglich meiner beeinträchtigungen bin ich auch schon über das SCT gestolpert und habe mich bei der diagnose beschreibung in vielen punkten peinlich identifizieren können.
Peinlich in dem sinne, dass wenn man das alles so aufgelistet schwarz auf weiß vor sich hin liest man sich doch für recht minderbemittelt hält. Ein heftiger hieb in die magengrube des ohnehin schon stark wankenden selbstwert gefühls.
Dementsprechend hab ich dass soweit im öffentlichen leben auch fein für mich behalten.

Unabhängig von diesem Topic bin ich vor nicht all zu langer zeit ebenfalls auf die forschungen von barkley gestoßen.
Ich habe seine beiträge in letzter zeit des öfteren mal im hintergrund laufen lassen um mir eine meinung über ihn und seine ergebnisse zu machen.
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... mYDWcVcDv6

So weit ich ihn verstanden habe steht er zwar dafür, dass SCT seiner meinung nach eine seperate diagnose ist
und damit nicht wirklich einen direkten sub typus von ADHS darstellt (Hypoaktive variante).
Aber eben eine sehr hohe neurologisch bedingte komorbität mit ADHS aufweist, so dass die neurologische beeinträchtigungen eines großteils der ADHSler eben unterschiedlich stark von beiden konditionen geprägt ist. Bei dem einen vielleicht nur gering durch SCT und stark durch ADHS, bei anderen umgekehrt und bei wieder anderen eben beides in hohem maße.

Tatsache ist dass die SCT symptomatik zum größten teil, so ziemlich das was beschreibt wodurch sich ADSler als Hypoaktiven subtypus identifizieren.
Tatsache ist außerdem, dass SCT eben auch als singuläre beeinträchtigung diagnostiziert wird. Was die theorie von Barklay untermauert, dass es sich tatsächlich wie von ihm beschrieben verhalten könnte.
Es sei denn die Leute die SCT als einzel diagnose erhalten sind tatsächlich einfach ADSler bei denen der ADHS anteil eben derart gering ausfällt, dass man ihn nicht diagnostisch nachweisen kann.

So oder so, ob es nun eine seperate beeinträchtigung ist oder zu ADHS allgemein einfach dazu gehört, meiner meinung nach beschreibt es so ziemlich das selbe was man unter hypoaktiven anteilen in ADHS versteht und ist von daher eigentlich wurscht und nichts als haarspalterei, da es nur theoretischen wert bezüglich der forschenden besitzt. Für die betroffenen ist das jacke wie hose ob man nun sagt du hast ADS Hypoaktiv oder ADHS und SCT.
grinsekopp
Andersweltler
Beiträge: 11
Registriert: 25. Mai 2014 23:03

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von grinsekopp » 22. Januar 2017 20:11

Hallo,

bin gerade noch im Diagnostik-Prozeß und stelle fest, dass so einige Kernsymptome der ADS/ ADHS wie Impulsivität und Hyperaktivität nicht so wirklich vorhanden sind. Bei dem Symptom-Komplex SCT oder Concentration Deficit Disorder finde ich mit zu nahe zu hundert Prozent wieder. Ich habe kein Problem mit Selbstkontrolle. Eher war ich schon immer übermäßig ängstlich und zurückhaltend. Tagträumereien waren an der Tagesordnung. Motorisch bin und war ich ebenfalls sehr langsam. Ich habe auch kein Problem über längere Zeit konzentriert zu arbeiten. Mein Problem schon in der Schule war das ich einfach zu langsam war und unerhört viele Flüchtigkeitsfehler machte. Etwas das mich auch auf Arbeit sehr beeinträchtigt.
Es gibt eine neue Studie die ich verlinkt habe, die eine Beeinträchtigung der Wahrnehmungssysteme im Parietallappen (das ist der hintere Bereich des Gehirns) vor allem oberen Parietalläppchen gefunden hat. Das würde auch meine Schwierigkeiten mit Mathematik erklären.

http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 8215000996
OskarHH
Pagemaster
Beiträge: 31
Registriert: 21. Juni 2018 15:09

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von OskarHH » 10. Juli 2018 11:52

Das ganze Thema SCT ist finde ich eine sehr interessante Sache, gerade für mich weil ich mich da sehr wieder finde.
Vor allem Langsamkeit ist bei mir stark ausgeprägt aber auch das benebelte und abwesende.
Dazu reagiere ich sehr langsam und oft habe ich das Gefühl Dinge werden in meinem Hirn gar nicht verarbeitet oder nur mit 5sec Verspätung.
Gibt es denn mittlerweile einen Therapieansatz für SCT oder irgendwie etwas wo nach Ursachen gesucht wird?

Ich denke es ist erstmal nützlich wenn man es schafft die Diagnose ADHS auszudifferenzieren denn offenbar gibt es ja im Moment keine Methode die für Alle funktioniert sondern verschiedene Untergruppen die unterschiedlich behandelt werden müssen
Allerdings habe ich das Gefühl das in letzter Zeit nur sehr wenig am ganzen Komplex ADHS/ADS/Asperger/SCT und allem Anderen das noch zu diesem Störungsfeld gehört geforscht wird, vor allem wenn es um die Heilung geht :(
Wer weiß, vielleicht versteckt sich hinter ADHS am Ende ein ganzes Bündel verschiedener Störungen die nur von außen sehr ähnlich aussehen. Bisher ist ADHS ja keine klar umrissene Störung sondern ein Bündel an Symptomen das zu ADHS zusammen gefasst wurde
Stefan SRO
Spezial User
Beiträge: 253
Registriert: 21. Juni 2018 06:52
Wohnort: Thüringen SHK
Kontaktdaten:

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von Stefan SRO » 10. Juli 2018 12:19

Oh, je. Da habe ich mit meiner Neugier nach meiner Diagnose am 04.06. die Büchse der Pandora geöffnet.

Immer mehr interessante Themen. Dieses hier scheint mit zwar etwas weit weg von mir aber nahe an einem Familienmitglied zu sein.
Hier war ich gedanklich immer bei ADS (Hypo) aber wenn ich das hier lese...
Na mal sehen, ob ich hier her zurück finde.
;)
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
ULBRE
Spezial User
Beiträge: 343
Registriert: 8. Februar 2018 22:08

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von ULBRE » 11. Juli 2018 00:18

OskarHH hat geschrieben: Allerdings habe ich das Gefühl das in letzter Zeit nur sehr wenig am ganzen Komplex ADHS/ADS/Asperger/SCT und allem Anderen das noch zu diesem Störungsfeld gehört geforscht wird, vor allem wenn es um die Heilung geht :(
Hallo Oskar,

das täuscht, die Forschung nimmt eher immer noch zu.
Falls Dich die Primärliteratur interessiert, also die wissenschaftlichen Forschungen und die Berichte darüber in Fachzeitschriften, findest Du in der kostenlosen amerikanischen Datenbank pubmed eine wahre Fundgrube.
Allerdings ist dort alles in englisch - dank der heutigen Qualität von Google Translate ist das aber kein Hemmnis mehr. Bleibt nur, das ganze Fachvokabular zu pauken, das ist echt zäh...

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/

Dort mal adhd eingeben (der englische Begriff für AD(H)S), dann siehst Du auch gleich rechts oben eine Grafik, wie sich die Anzahl der wissenschaftlichen Artikel zu dem Thema entwickelt hat - sehr steigend.

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
zoraya
Pagemaster
Beiträge: 115
Registriert: 29. Juni 2018 16:31

Re: Sluggish Cognitive Tempo (SCT) und Hypoaktivität

Beitrag von zoraya » 12. Juli 2018 10:21

Hallo
Also wie jemand schon oben geschrieben hat ist das ja im prinzip einfach der typ mit hypoaktivität. Ich konnte mich nicht sehr auf den Text konzentrieren, aber ich nehm jetzt da mit, dass also bei mir mit ADS nur Amphetamine helfen und nicht die anderen Substanzen.
Würde mich auch freuen mehr im ADS forum zu lesen.
Aber die Leute mit ADS sind ja immer so antriebslos (also ich zumindest) oder?
Und Leute mit ADHS sind hald dauernd auf Achse und machen dementsprechend auch mehr.
Lg Zoraya
Antworten

Zurück zu „ADS / Hypoaktivität*“