ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

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Klaus HH
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ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Klaus HH » 2. Juli 2018 10:56

Ich würde diesen Chat gern nutzen, um ein bisher noch nicht beleuchtetes Thema anzuschneiden.
"ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie" / "ADHS-Eltern und Gewalt gegen Kinder"

Ich ü40 AD(H)S + meine Sohn u10 ADHS sind hier die Hauptakteure meiner Beschreibungen. Wir beide wurden erst vor wenigen Monaten diagnostiziert und seither ist vieles anders.

Als noch nicht diagnostizierter AD(H)S-ler kann ich mich an viele Situationen erinnern, in denen sich eine Situation zwischen mir und meinem Sohn mal schnell und mal allmählich hochgeschaukelt hat, die in impulsiver körperlicher Gewalt von mir gegen meinen Sohn mündete.

Damit meine ich nicht den sadistisch veranlagten geistig minderbemittelten und im Alltagsleben unterdrückten Vater, sondern einen kurzen ungezielten Gewaltimpuls, der sofort wieder beendet war und in sofortigem schlechten Gewissen mündet. Nächte habe ich danach wach gelegen, da die Beziehung zu meinem Sohn an sich sehr liebevoll ist.

Nur eben die beiden identischen ADHS-Muster vertragen sich gar nicht. Es beginnt immer mit dem "Rumpelstilzchen" meines Sohnes und endete "damals" mit einem Schlag von mir.

Seit der Diagnose ist mir unser Verhalten klar und ich kann rechtzeitig für Deeskalation sorgen.

Meine Frau war davon nie betroffen, da sie im Dialog schon immer sachlich geblieben ist, so dass sich keine negative Emotion aufstauen kann, die sich spontan "entlädt".

Mir ist es wichtig, die vielen nicht diagnostizierten ADHS-Väter zu erreichten, die bisher selbst durch Gewalt gegen ihre Kinder oder andere Familienangehörige für Leid sorgten.
Hier sollten m.E. die Jugendämter aber auch Frauenhäuser, Unfallambulanzen und Lehrer/Erzieher von der Thematik erfahren, um so eine Verbesserung der Situation zu erreicht.
Wir hier registrierten Betroffenen wissen recht genau, dass wir uns für völlig normal und auch immer im Recht wähnen. Nur den wenigsten ist ein so großes Maß an Selbstreflektion gegeben, dass das eigene Fehlverhalten als solches erkannt wird.

Einmal erkannt besteht zumindest die Chance ... oder vlt. sogar irgendwann die Pflicht (Gesetzgebung) die zur Verfügung stehenden Mittel zur Vermeidung auszuschöpfen.

VG
Euer Klaus
Stefan SRO
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Stefan SRO » 3. Juli 2018 13:22

Mich gruselt etwas vor dem Gedanken, aber Du hast Recht.

Hier im Chat habe ich schon von Müttern gelesen, die das angeschnitten haben aber nicht so offen und konkret wie Du.

Mit Sicherheit würden auch die Betreffenden Väter oder auch Kinder darüber schreiben, wenn da nicht so viel Scham eine Rolle spielen würde.

Ich hoffe, hier entspinnt sich eine Diskussion. Und wenn es nur die betroffenen Kinder sind.
Schließlich wäre denen ja bei Behandlung der Eltern viel schmerz erspart geblieben.

VG
Stefan
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Phantomsoul
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Phantomsoul » 28. Juli 2018 10:32

Hm. Also meine Kindheit verlief nach dem Muster, wie du es beschreibst. Ich kann dir nur ans Herz legen: Lass das mit der Gewalt bleiben und das so schnell wie du nur kannst. Es sei denn, du möchtest riskieren, dass sein Sohn seine eigene Familie zu hassen beginnt, denn so ist es bei mir. Ich habe überhaupt kein gutes Verhältnis zu meinem Vater was nicht zu letzt den täglichen Schlägen in der Kindheit verschuldet ist.

Egal wie schlecht man seine Impulse kontrollieren kann, bei Gewalt sollte man noch innehalten können. Das ist erstmal keine Anschuldigung oder sonstiges, es ist nur meine Sichtweise der Dinge. Heute hätte ich meinen Vater nur ausgelacht. Denn das schlimmste ist nicht das geschlagen werden. Das schlimmste ist es zu sehen, wie schwach der Mensch ist, dem ich am meisten vertrauen können sollte als Sohn.

Er war mein Schutzbefohlener. Er entschied sich aktiv dazu, mich zu zeugen und hat sich bei vollem Bewusstsein für die Familie entschieden. Weshalb also dann die Wesen, die einem am wichtigsten sein sollten, in irgendeiner Art und Weise verletzen?

Bin mir nicht sicher, ob das jetzt hier zum Thema passt oder voll daneben geschossen hat. Ich frage mich nur.. wenn man dann Nachts wach liegt und nicht schlafen kann, weil es einem Leid tut.. weshalb macht man es immer und immer wieder? Man möchte doch irgendwann auch.. ruhig schlafen?

Dies ist jetzt tatsächlich kein Vorwurf, da ich damit abgeschlossen habe und es mir am Ende egal sein sollte. Mich würde nur die Sichtweise der Gegenseite interessieren. Ich für meinen Teil würde mich nicht mehr trauen, meinem Kind in die Augen zu schauen..
-----

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Hanghuhn
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Hanghuhn » 28. Juli 2018 12:09

Hallo Klaus,

ich danke dir, dass du so offen schreibst. Wie ich sehe, ist dir seit der Diagnostik deines Sohnes klar, dass du auch selbst betroffen bist. Ich "höre" heraus, dass dir dein Verhalten vor anderen unangenehm ist.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, handelt es sich nicht um regelmäßige Prügel, sondern um eher kurze Ausraster, die durch das "Rumpelstielzchen-Verhalten" deines Sohnes "provoziert" wurden.
Klaus HH hat geschrieben:Hier sollten m.E. die Jugendämter aber auch Frauenhäuser, Unfallambulanzen und Lehrer/Erzieher von der Thematik erfahren, um so eine Verbesserung der Situation zu erreicht.
Aber was willst du damit erreichen, dass du entsprechende Stellen informierst? AD(H)Sler haben kein Monopol auf Gewalt. Sie ticken "nur" etwas öfter aus, sind also an Gewaltaskalationen häufiger als "Normalos" beteiligt. Wenn du irgend jemanden vor AD(H)Slern warnst, hilft das nur, sie weiter zu stigmatisieren.
Klaus HH hat geschrieben:Mir ist es wichtig, die vielen nicht diagnostizierten ADHS-Väter zu erreichten, die bisher selbst durch Gewalt gegen ihre Kinder oder andere Familienangehörige für Leid sorgten.
Das ist eine Gute Idee, erreicht aber sehr viele bisher undiagnostizierten, aber auch einige diagnostizierten AD(H)Sler gar nicht. Das hat sehr viel mit gestörter Selbstwahrnehmung zu tun, die ja oft auch Begleiterscheinung ist.

(Das erinnert mich immer an einen Witz, der vor Jahren die Runde machte:
Radiofunk: "Achtung! Achtung! Auf der A.. zwischen . . . und . . . kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen."
Autofahrer: "Einer! Hunderte, Hunderte!")

Das ist zwar nur ein Witz, beschreibt aber die Geisteshaltung einiger AD(H)Sler. Bei einigen mündet das über mehrere Jahre in Narzissmus. Aber Narzissen kommt man noch schlechter bei.

Du siehst an dem Post von Phantomsoul, was regelmäßige Gewalt anrichtet. Eltern wollen von ihren Kindern geliebt werden. Gewalt ist da kontraproduktiv.

Ich habe an mir selbst bemerkt, was es ausmacht, das Verhalten seiner Kinder zu verstehen. Das ist mir z. B. anfangs bei meinem Sohn (der eher nach mir kommt) besser gelungen als bei meiner Tochter (die eher nach meinem Mann kommt). Erst im Laufe der Zeit konnte ich sie besser verstehen. Wenn man die Kinder besser versteht, ist man einfach relaxter.

Sich selbst sollte man natürlich auch verstehen. Es ist zu hoffen, dass sich viele AD(H)Sler selbst verstehen.

P.S.: Warum schreibe ich das eigentlich? für einen, der sich nach noch nicht einmal 15 min aus diesem Forum verzischt hat!
LG Hanghuhn
Falschparker
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Falschparker » 29. Juli 2018 01:03

Ja, KlausHH liefert gleich einen weiteren Beleg für seine Impulsivität. Ihn werden unsere Beiträge wohl nicht mehr erreichen, aber das Thema ist ein wichtiges! :oops:

Er hat schon recht, Ärzte, Jugendämter und sonstige Berater sollten Bescheid wissen über ADHS bei Eltern und Kindern und beiden eine Behandlung vorschlagen.
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von zoraya » 29. Juli 2018 02:40

Wieso werden ihn unsere Beiträge nicht mehr erreichen?
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Hanghuhn
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Hanghuhn » 29. Juli 2018 02:51

Wenn du seinen Namen anklickst, wird der Link auf sein Profil angesprungen. Da erfährst du, dass er sich am 2. Juli 2018 10:42 eingeloggt hat und seine letzte Aktivität am 2. Juli 2018 10:56 stattfand, gerade einmal 14 min.

Er hat seinen Post abgeschickt und verschwand gleich darauf auf nimmer Wiedersehen.
LG Hanghuhn
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Klaus HH » 13. August 2018 10:41

Ich hatte lange im Forum gelesen und irgendwann beschlossen, mein Thema mit einzubringen.
Hin und wieder habe ich seither auch ohne Anmeldung gelesen aber keine Kraft für eine Diskussion verspürt.

Auch wenn ich hier und da sehr emotional bin oder es so formuliere, (ja, Einer der tief in seiner Gefühlswelt gefangen ist)
bleibt das Thema diskussionswürdig.

Die vielen ... (was wähle ich für einen Begriff wenn ich "Ignoranten" meine?), die meinen, ADHS sein keine Krankheit oder man/frau müsse doch keine Medikamente nehmen oder zum Arzt gehen, verstören mich zu tiefst.

Ich möchte nicht zu sehr provozieren, um nicht aus dem Forum zu fliegen, aber es muß doch zu machen sein, dass man sich über die Kinder unterhält, die indirekt unter ADHS leiden.

Die Eltern sind bei leibe nicht kriminell oder sadistisch! Sie ticken aus und begreifen ihren Fehler bei entsprechender Geistiger Reife meist selbst.
Dann schreit das Kind aber meist schon vor schmerzen oder ist auf dem Weg in die Notaufnahme.


Sorry, mir glühen schon wieder die Ohren und ich bekomme glasige Augen.
zoraya
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von zoraya » 13. August 2018 10:58

Also Impulsivität gibt es ja nicht nur bei ADHS!!!
Hast du das nicht gewusst?
Jedes der Symptome gibt es auch bei normalen Menschen.

Es gibt auch normale Eltern denen das passiert, aber dann kommt normalerweise das Jugendamt und die Polizei sollte man meinen.
Auch in gutem Hause.

Ich finde es gut, dass die Kinder vor Gewalt geschützt werden durch die Behörden.

Doch genau wegen den Stigmatisierungen leide ich.
Ob es heisst: Alleinerziehend oder jung oder ADHS, psychische Störung etc. Jedes für sich alleine ist Stigmatisiert. Es wird viel stärker geschaut. Es wird quasi schon von vornherein angenommen, das man Probleme hat.
Und wenn nun gleich mehrere Stigmatisierungen zutreffen, kannst du dir ja denken wie man leidet.
Stefan SRO
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Stefan SRO » 13. August 2018 11:44

Ich denke, ich weiß was Klaus HH meint.
Ein schlechtes Gewissen kann arg plagen.

Ich fühle mich nicht stigmatisiert, auch wenn ich schnell durch die Decke bin.

Und vieles, das er kurz anreist kenne ich aus der eigenen Kindheit. Ob dass bei allen Eltern so ist, ist schwer zu sagen. Ich kenne ja nur meine. Und alle Anderen halten sich diesbezüglich mit Aussagen zurück oder erzählen nach dem 5. Bier was von "fester Hand" und "Kaiserreich".

Eine objektive Diskussion wäre doch sinnvoll.

Hier lese ich bei Gelegenheit mal wieder rein.

VG
Stefan
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Hanghuhn
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Hanghuhn » 13. August 2018 19:10

Schön, Klaus HH, dass du dich doch nicht verfatzt hast!
Klaus HH hat geschrieben:... oder ist auf dem Weg in die Notaufnahme.
Oh, das war dann aber schon sehr heftig.

Sollte man sich dann nicht selbst in psychotherapeutische Behandlung begeben? Ich meine auch ganz speziell wegen dieses Themas!
Ganz ohne ADHS-Thema.
LG Hanghuhn
Raupi
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Raupi » 13. August 2018 22:40

Ich habe hier in der Nachbarschaft was sehr unschönes erlebt.

Ein Neunjähriger Junge mit diagnostiziertem ADHS wurde Voll Waise. Ich kannte nur den Vater, da die Mutter früh verstorben war. Der Vater war in meinen Augen ein unbehandelte ADHS, starb dann und es gab keine Sorhgerechtsregelung.

Die Schwester und die Halbschwester des Vaters wollten das Kind zu sich nehmen, gönnten es sich aber gegenseitig nicht. Der Schwester wurde er nach zwei Wochen weggenommen, aus für mich nicht ersichtlichen Gründen. Da er nicht zur Halbtante wollte, kam er ins Heim (vermutlich dachte er, er käme schon irgendwie wieder zur Tante).

Die Tante sagt, ihr sei irgendwas von ihrer Halbschwester, Juristin, angehängt worden. Erwähnte mir gegenüber aber nie, was.

Wie auch immer, später erzählte mir die Tante, dass sie auch ADHS hat.

Meine Theorie ist, dass die Tante oder ihr Lebensgefährte dem Jugendamt Anlass zu Zweifeln gegeben hat. OK, wenn der Lebensgefährte das Problem ist und es kein Adhs ist, dann passt der Fall nicht hier zum Thread. Aber wenn es die Tante ist, dann finde ich, passt es hierher:

Wenn jetzt das Jugendamt in so einem Fall klüger mit dem ADHS der Tante umgegangen wäre, wäre dem armen Jungen viel Leid erspart geblieben.

Denn er hatte keine schönen Erlebnisse im Heim, brach mehrfach aus, kam mit Alkohol und Zigaretten in Kontakt und wurde schließlich vor die Wahl gestellt, zur Halbtante zu gehen oder in eine geschlossene Anstalt. Jetzt ist er bei der Halbtante, die ihn, wie schon das Jugendamt komplett von seinem alten Umfeld isoliert. Wir haben nie wieder was von dem Freund unserer Jungs gehört, trotz zwei Briefen, die die Kinder ans Jugendamt geschickt haben und SMS meinerseits an die Halbtante.

Also in meinen Augen muss das Jugendamt bei ADHS Familien anders als bei Schema F vorgehen. Wie dieser Fall eventuell zeigt.

Obendrein hat das Jugendamt die ADHS Therapie und Arztbesuche abgebrochen, unglaublich! Wobei ich nicht weiß, ob die Halbtante da wieder etwas in Gang gesetzt hat. Ich hoffe es sehr...

Das Schema F hat die Seele des Jungen komplett zerstört und die Gefahr von ernsten psychiatrischen Problemen ist eigentlich vorprogrammiert.
LG, Raupi
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Stefan SRO » 14. August 2018 07:16

klingt gruselig. Irgendwie nach "Kaspar Hauser".


@Raupi
Unter dem Aufhänger -Deine Kinder suchen ihren Freund- könnte man das weiter treiben, wenn die beiden mit machen.
Könnte ein Schulprojekt werden oder so. Das Thema ADHS würde ich dabei weg lassen.

Plan B, direkt übers TV. Die suchen gerade ein Thema im Zusammenhang mit ADHS. (Kontakt könnte ich weiter geben)
Allerdings sind dann die Gesichter der Beteiligten in jedem Wohnzimmer bekannt. (wäre mir selbst sehr unwohl)

In einem anderen Forum haben wir einen RA. Wenn Dir an einer Lösung gelegen ist könntest Du dort...



Brrr.. hoffentlich lässt mich der Gedanke heute wieder los. Sonst grübele ich mich wieder fest.

VG
Stefan
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von ULBRE » 15. August 2018 22:55

Raupi hat geschrieben: Obendrein hat das Jugendamt die ADHS Therapie und Arztbesuche abgebrochen, unglaublich! Wobei ich nicht weiß, ob die Halbtante da wieder etwas in Gang gesetzt hat. Ich hoffe es sehr...
Strafanzeige wegen Körperverletzung machen.
Schlicht und ergreifend.

Unterstützung benötigt ? PN schreiben...

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
Raupi
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Raupi » 16. August 2018 09:19

(grade ging mein langer Post verloren beim Laden :evil:)

Leider habe ich die Kraft nicht, selbst meine eigene Therapie lasse ich pausieren und bin quasi im Dauer Burnout...

Ob es dem jungen bei der Halbtante schlecht geht, weiß ich nicht wirklich. Die Tante stellt sie halt so dramatisch dar. Vermutlich musste die Halbtante beim JA was unterschreiben, dass sie uns nicht zulässt.

Ich hatte beim JA ein gutes Wort für die Tante eingelegt und auch ihrer Rechtsanwältin was geschrieben. Somit sind wir jetzt "im Aus".

Unsere Jungs waren auch nicht so persönliche Freunde, der Junge hatte eigentlich andere Freunde. Aber wenn er nicht verabredet war, kam er zu uns.

Dennoch würde ich vielleicht noch was machen, wenn ich die Kraft hätte.

Die Tante war in Kontakt mit dem TV und ich wurde gefragt ob ich evtl da was aussagen würde, aber irgendwie wurde es dann nichts.

Ich vermute, dass die Vorwürfe an die Tante zu schwerwiegend waren...
LG, Raupi
Stefan SRO
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Stefan SRO » 11. September 2018 07:05

Habe gerade noch mal rein gelesen und mir zieht es wieder die Brust zusammen, wen ich an ein Kind denke, dessen Leben gerade fahrlässig oder sogar vorsätzlich versaut wird.

Mir fällt da immer wieder Kaspar Hauser ein.
Kennen bestimmt die wenigsten, sonst wäre der Aufschrei vermutlich größer.

VG
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Raupi » 11. September 2018 08:04

Nachdem ich das hier gepostet habe, ist bei mir der Groschen gefallen. Denn vor gut zwei Monaten habe ich nochmal mit der Tante per WhatsApp Kontakt aufgenommen, um ihr von unseren guten Erfahrungen mit MPH zu erzählen. Da ist sie eindeutig dagegen, wollte mit ihm nur alternative Heilweisen anwenden.

Es kam heraus, dass sie selber ADHS hat, wie der Vater auch.

Sie meinte, die Halbtante wollte ihm bestimmt Medikamente geben. Also mit dem Unterton der Empörung.

Ich glaube ehrlich gesagt, dass er vielleicht tatsächlich Medikamente bekommt, was sein Vater auch nicht wollte.

So gesehen, kann es vielleicht doch sein, dass er zumindest auf diesem Gebiet etwas an die Hand bekommt, um sich selber als kompetenter zu erleben.

Möglicherweise hat das Jugendamt auch an diesem Punkt Unterlassung befürchtet und deshalb die Halbtante bevorzugt.

Ich dachte ja, ich nehme den Faden wieder auf, sobald bei uns Ruhe Eintritt.

Aber stattdessen muss ich jetzt auch noch die Autismus Diagnose anleiern und alles rund um den Förderstatus sozial emotional in Gang setzen und die geeignete Schule herausfinden.

Und warum meine Erschöpfung nicht nachlässt... ob ich etwa selber ein ADS habe... eigentlich kann ich es fast nicht glauben... aber es wäre einen Versuch wert und so habe ich in vier wochen meinen eigenen Test Termin. Außerdem habe ich ein totales Durcheinander der Hormone mal wieder, es ist sehr mühsam, das immer wieder geregelt zu kriegen. Ich möchte auch gar nicht wissen, wie ich austicke, sollte ich je MPH oder sowas ausprobieren...

Also was die Medikation anbetrifft, ist unser ehemaliger Nachbarjunge jetzt sehr wahrscheinlich auf einem geregelteren Weg als vorher. Der Vater war ja auch ziemlich verpeilt, hatte ja auch ADHS.
LG, Raupi
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Raupi » 11. September 2018 08:17

Abgesehen von der Sicht auf den Jungen, ich muss auch das Wohl meiner Kinder sehen, die ja auch in einer wackeligen Situation sind. Der jüngere Bruder, also ich meine unser zweiter Sohn, der ungefähr seit dem Tod des Nachbarn zeitweise melancholische Gedanken äußerte, ist noch nicht wieder ganz stabil.

Wenn ich das aufrolle, wir das nicht nur meine Nerven überfordern, sondern die Kinder auch.

Es ist ja nicht so, dass sie ganz ganz dicke Freunde waren, sondern man spielte nur miteinander, wenn sonst nichts anstand. Es war eine sehr nette Nachbarschafts-Freundschaft. Ansonsten verabredete der Junge mit Gleichaltrigen, die mit unserem Sohn nichts zu tun haben wollten und eher abfällig über ihn sprechen.

Insofern bin ich auch gar nicht sicher, ob ich das für die Kinder wieder auf den Tisch bringen will. Eigentlich können wir das jetzt nicht verkraften.
LG, Raupi
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Stefan SRO » 11. September 2018 09:08

Wenn´s nun nach Hilfe aussieht hat die Seele ruh.

Allerdings möchte ich anmerken, das ich das beste Beispiel bin, dass eine Medikamentenfreie Behandlung in eine Sackgasse führen kann.
Ich habe mir mein Leben lang Sachen angewöhnt, um mit mir klar zu kommen, die mir mit nun mit ü40 auf die Füße fallen.
Nun geht es doch nicht mehr ohne und ich habe ein bleibendes Nervenleiden davon getragen. Das wäre mit rechtzeitiger Diagnose erspart geblieben.
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Re: ADHS-Eltern und Gewalt in der Familie

Beitrag von Raupi » 11. September 2018 09:25

Stefan SRO hat geschrieben:
11. September 2018 09:08
Allerdings möchte ich anmerken, das ich das beste Beispiel bin, dass eine Medikamentenfreie Behandlung in eine Sackgasse führen kann.
Ich habe mir mein Leben lang Sachen angewöhnt, um mit mir klar zu kommen, die mir mit nun mit ü40 auf die Füße fallen.
Nun geht es doch nicht mehr ohne und ich habe ein bleibendes Nervenleiden davon getragen. Das wäre mit rechtzeitiger Diagnose erspart geblieben.
Ja eben, deshalb ist es vielleicht doch OK so für den Jungen...
LG, Raupi
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