Wie lasse ich mein besonderes Kind allmählich los?

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Raupi
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Wie lasse ich mein besonderes Kind allmählich los?

Beitrag von Raupi » 5. Januar 2019 09:48

Hallo,

Wir Eltern von besonderen Kindern müssen ja zwangsläufig nah am Kind sein, weil impulsive, hyperfokusdierende Kinder ja dann manchmal großen Unsinn anstellen können.

Dann kommt ja oft auch noch die Mobbing-Problematik dazu... ich beobachte meinen Sohn, wenn er mit mehreren Nachbarkindern im Garten spielt. Denn mal nervt er die anderen ohne Ende, selbst wenn sie ihn lautstark darauf hinweisen, dass er stört. Entweder er hat wieder mal eine verrückte Idee, die die anderen nicht mitspielen wollen, oder er stört auf andere Weise.

Wenn ich da nicht ein bisschen schaue, gerät er noch mehr ins Abseits. Zum Glück sind die Garten-Nachbarkinder sehr lieb und ich glaube, die Eltern sagen ihnen auch, dass sie ihn ein bisschen so lassen sollen wie er ist. Dass es OK so ist, wie er ist.

Aber in der Außenwelt wird er oft ausgeschlossen und zurückgewiesen...

Ich beobachte auch deshalb, um eine Vorstellung von der Problematik zu bekommen. Wir sind ja noch in der Diagnostik und es ist kein klares Bild im Ganzen.

ich wollte mal hören, wie Ihr es handhabt mit dem Loslassen bei Kids, die echt manchmal auffällig bis leichtsinnig sind...
LG, Raupi

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Sheherazade
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Re: Wie lasse ich mein besonderes Kind allmählich los?

Beitrag von Sheherazade » 5. Januar 2019 12:20

Raupi hat geschrieben:
5. Januar 2019 09:48
ich wollte mal hören, wie Ihr es handhabt mit dem Loslassen bei Kids, die echt manchmal auffällig bis leichtsinnig sind...
Das ist jetzt eine sehr pauschale Frage, die man eigentlich nur mit einer halben Doktorarbeit beantworten kann. Meine Kurzfassung: Die Vorgehensweise ist sehr individuell und abhängig vom Alter des Kindes und vom Krankheitsbild.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
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Raupi
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Re: Wie lasse ich mein besonderes Kind allmählich los?

Beitrag von Raupi » 5. Januar 2019 12:39

Ja, stimmt, die Frage ist so nicht brauchbar... jedes Kind ist anders...

Im anderen Thread schriebst Du, dass man es mit dem Therapeuten zusammen erarbeitet. Das ist für mich auch schon ein brauchbar Tip! :)

Aber vielleicht hat doch jemand eine Erfahrung in dem Zusammenhang, die man teilen könnte oder möchte?

Ich glaube, wie könnten vielleicht hier auch gegenseitig profitieren, indem wir gewisse Probleme, die es häufiger bei ADHS und rundum gibt, beschreiben und wie wir jeweils damit umgehen...
LG, Raupi

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Sheherazade
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Re: Wie lasse ich mein besonderes Kind allmählich los?

Beitrag von Sheherazade » 5. Januar 2019 15:04

Im Grunde genommen ist auch die jeweilige Familienkonstellation ausschlaggebend. Gibt es mehrere Kinder, wenn ja, ist das betroffene Kind das älteste, jüngste oder mitten drin? Auch, wenn es von manchen nicht gerne gehört wird, selbst die Fragen ob alleinerziehend oder nicht, Patchworkfamilie oder nicht, müssen in mögliche Ratschläge mit einfließen. Nicht ohne Grund werden bei Therapien umfassende Anamnesen erhoben.

Natürlich kann hier jeder von seinen eigenen Erfahrungen berichten, aber jeder hier hat auch eine eigene, sehr individuelle jahrelange Vorgeschichte, die die jeweilige Vorgehensweise begründet. Dementsprechend sind diese Erfahrungen nicht umsetzbar auf die eigene Situation.

Für mich war es auch mit wenig therapeutischer Anleitung machbar, unsere zwei Sondereditionen Stück für Stück loszulassen und sie nicht (weiter) überzubehüten, da bei uns das jüngste Kind zuerst auffällig wurde und dann erst sein nur wenig älterer Bruder - demnach gab es also noch zwei andere Kinder, die man ohnehin schon "loslassen" musste. Unser ADSler wurde erst während der laufenden Autismustherapie seines Bruders auffällig. Da die Autismustherapeutin selbst ein (erwachsenes) ADHS-Kind hat, konnte sie uns nebenbei umsetzbare Ratschläge innerhalb der familienbegleitenden Autismustherapie geben.
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