Verzweifelt...

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Maya18Max
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Maya18Max » 14. Mai 2018 15:57

Ich würde zu Ritalin tendieren. Ich "kenn" auch Concerta allersings nicht bzw. kenne niemanden mit Erfahrungen.
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Elchi
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Elchi » 14. Mai 2018 17:27

Welche Dosis war denn das Medikinet Retard?
Wenn das auch nur 10mg waren, wäre es deutlich zu wenig gewesen.
Vielleicht könnt Ihr mal Ritalin LA 20mg probieren, das wirkt üblicherweise so 6-7 Stunden, manchmal auch 8. Das heißt aber auch, wenn er das morgens um 7.30h nimmt, ist mittags gegen 15h die Wirkung weg.
Um dann brauchbar über den Rest des Tages zu kommen, braucht es vielleicht nochmal etwas unretardiertes Mph (das kann dann auch Medikinet sein). Nicht unbedingt nochmal 10mg, da reichen oft dann 5mg. Dann wird der Rebound abgefedert und wenn die letzen 5mg "auslaufen", ist es auch etwas "sanfter".

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, die Medikation den ganzen Tag über aufrecht zu halten. ADHS hat man ja nicht nur in der Schule und es geht um deutlich mehr, als nur "in der Schule funktionieren".
Dieses Gefühl, dumm zu sein, ist doch ein Warnzeichen. Mit richtig eingestellten Medis wird er merken, dass er nicht dumm ist.

LG
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Agatha
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Agatha » 14. Mai 2018 21:35

Mal abgesehen von den ganzen Medi Fragen, habt ihr schon ein Eltertraining gemacht? Ich habe nur davon gehört, aber angeblich wird man da methoden unterrichtet, wie man mit unseren besonderen Kinder umgehen kann. Vielleicht ist es für euch hilfreich. Es gibt ganz viele verhaltensbasierte Methoden, die man bei ADHS Kinder anwenden kann, mit strukturiere Belohnungssyteme, mit oder ohne Medis. Ich habe nur davon gelesen, aber ich denke es ist ein Versuch Wert.
mephisto
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon mephisto » 15. Mai 2018 07:50

Inhaltlich stimme ich Agatha zu, Medikamente können helfen, sind aber nicht die Lösung der Probleme. Viel wichtiger sind Veränderungen im Umgang und Kommunikation.
Ich habe ein Erwachsenen Seminar besucht und das war für mich das beste was ich machen konnte, das hat wirklich etwas verändert.
Vega
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Vega » 15. Mai 2018 08:33

Ich weiß das Medis nich alles sind. Doch er braucht sie definitiv. Und wenn da die Dosierung nich stimmt kann ich noch so viele Eltern Tricks, Ruhe, Verstärkerpläne und was nich alles machen. Er ignoriert all das mit bravour. Auch habe ich die gesamte Kommunikation mit ihm umgestellt.
Ich hab mich so lange gegen Medis gewehrt und es mit all den Tipps aus Elterntrainings versucht bis von allen Seiten nur noch quasi verbal auf mich eingeprügelt wurde und ich mit den Nerven am Ende war.
Es beginnt ja schon allein damit das er mir keine Chance lässt einen Time Out zu bekommen. In Streit und Nervensituationen wenn ich 5 min zum durchatmen brauch um nicht auszurasten wenn ich am Ende bin. Er stalkt mir schreiend und maulend überall hin hinterher. Wenn ich die Tür schließe randaliert er dovor. Und wenn er in sein Zimmer soll bleibt er absolut nicht drinnen.
Das macht es wahnsinnig schwer die Spannung mal rauszunehmen aus der Situation.
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon BAE2705 » 22. Mai 2018 09:05

Hallo Vega,

eine Zwischenfrage - könnt Ihr am Wochenende genauer beobachten, wann und wie lange die Mediwirkung anhält? Beim Essen half meinem Junior eine zeitlang, dass er im Bett frühstücken durfte. Ist er dann auch unter Medikation gleichbleibend agressiv und fordernd? Dann ist klar, dass Dosierung oder Präparat nicht passen. Auch ich schliße mich der Einschätzung an, dass ein erfahrener Kinderarzt / Klinik besser ist als eine etwas eingefahrene Psychiaterin. Die anderen Therapien werden erst richtig greifen, wenn er eine gute medikamentös erreichbare Impulskontrolle erlangt.

Um dich nicht völlig zu verausgaben - wenn er tobt, verlasse mit seinem kleinen Bruder die Wohnung, wenn du kannst und er euch schreiend folgt, geh' in einen Park/Wald, wo die Menschendichte nicht ganz so groß ist (zur Not tut's am Sonntag sogar ein Industriegebiet :mrgreen: ). Spiel mit dem Kleinen, der Große wird sich beruhigen und irgendwann wird er mitmachen wollen. Die Zeit sich zu beruhigen, wird kürzer werden. Aber - verlasse die Situation / die Umgebung / seinen "Schutzraum".

LG Brigitte
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Vega » 16. Juni 2018 10:36

Hallo
Ich möchte mal einen kleinen Zwischenstand berichten :)
Aber erstmal vielen Dank für die vielen Tipps und Anregungen.

Die Psychaterin war nach wie vor nicht sonderlich einsichtig was die Marke des Präperats betrifft. Allerdings bekommt er jetzt eine 25mg Sraterra (bei c. 29kg), morgends 15 mg und Nachmittags nochmal 10 mg Metylphenidat. Ich muss sagen im Moment ist es etwas besser geworden zuhause. Er bemüht sich sichtlich und ich versuche ihm darauf soviel positives Feedback geben zu können wie ich nur kann. Die Schule ist nach wie vor nicht sooo begeistert von seinem Verhalten. Verweise und Mitteilungen sind an der Tagesordnung. Zudem wollen sie mich unbedingt dazu bewegen ihn an eine Schule für verhaltensauffällige Kinder zu schicken.

Ich habe einen Termin im Jugendamt von dem ich mir allerdings nicht sonderlich viel verspreche so wie es am Telefon klang.
Und einen Termin bei einem neuen Psychater. Allerdings sagte man mir dort das ich in einem Quartal nur zu einem Psychater darf, was sich mit der Abholung seiner Medis schwierig gestaltet. Mal sehen ob es klappt..

Soviel zur Situation jetzt. Eine Frage bleibt mir dennoch. Mir wurde eine Mutter-Kind Kur ans Herz gelegt. Allerdings bin ich nicht sonderlich begeistert mich behandeln zu lassen und ihn nur zweitrangig. Wenn dann umgekehrt. Daher bin ich auf die Idee Kinder Reha gestossen. Hat damit vielleicht jemand Erfahrungen hier?

LG :)
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Maya18Max
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Maya18Max » 16. Juni 2018 12:10

Hallo, nur kurz zwischendrin. Kinderreha ist super. Wir waren in Scheidegg prinzregent Luitpoldklinik. Du kannst auch als Begleitperson mit gehen.

LG Maya
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Maya18Max » 16. Juni 2018 12:10

Und noch schnell ne Frage. Wieso Jugendamt? Wer hat es iniziiert?
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Vega
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Vega » 16. Juni 2018 13:13

Hallo Maya

Danke für den Zuspruch zur Reha. Ich hatte vor mitzukommen als Begleitperson und auch meinen kleinsten (15 Monate) mitzunehmen da ich ihn nicht Zuhause lassen kann.

Jugendamt wurde hier zur Sprache gebracht genau wie Schule, Kinderarzt und Psychaterin. Vorallem zwecks einer Familien / Erziehungshilfe. Auch wenn ich von den "Kaffeetrinkern" nich gerade überzeugt bin... Doch ich will nichts unversucht lassen. Die Situation in unserer Familie ist mittlerweile einfach zu sehr belastet. Selbst meine Große geht jetzt schon zur Schulseelsorge nachdem sie sich geritzt hatte. Verschließt sich mir gegenüber aber ganz. Sie leidet ebenfalls sehr unter dem "Kleinkrieg" der hier herrscht... :(
Ich habe mittlerweile einfach Angst das hier alles zerbricht wenn es so weitergeht wie bisher.

LG
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Maya18Max
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Maya18Max » 16. Juni 2018 14:11

Oh je. Das klingt wirklich anstrengend.

Aber Achtung: Das Ritzen klingt evtl. auch nach ADS vermutlich ohne H oder Mischtypus. Könnte eine Folge von unbehandelten ADHS sein. Viele Ärzte sagen ja auch, dass man unter Geschwistern ebenso Diagnostik machen soll, auch wenn es primär bisher nicht aufgefallen ist.

Ich kenne Familien, bei denen zB nur die Jungs aufgefallen sind. Die Mädels sind ohne Weiteres durchgelaufen bis Richtung Abi und Studium und dann kamen Panik /Angstatacken... Diagnostik: Adhs!

Ich drück die Daumen, dass du etwas davon mitnehmen kannst bei JA. Ich würde es ähnlich machen. Pass aber auf, dass du dich nicht überrennen lässt oder dich zu etwas verpflichtest, was du nicht möchtest.

Nicht alle JÄmter haben auch Ahnung von ADHS. Das ist bei uns zB so.
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Hanghuhn
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Hanghuhn » 16. Juni 2018 16:42

Maya18Max hat geschrieben:Aber Achtung: Das Ritzen klingt evtl. auch nach ADS vermutlich ohne H oder Mischtypus. Könnte eine Folge von unbehandelten ADHS sein. Viele Ärzte sagen ja auch, dass man unter Geschwistern ebenso Diagnostik machen soll, auch wenn es primär bisher nicht aufgefallen ist.

Ja, das sehe ich auch so. Während dein Sohn leidet, aber auch andere leiden lässt, leidet deine Tochter wahrscheinlich schon viel länger und sehr still. Das Ritzen ist ein Warnschuss, den die Erwachsenen sehr ernst nehmen sollten. Evtl. hat deine Tochter ein viel größeres Problem als dein Sohn, sie trägt es bloß nicht nach außen.

Ich sehe bloß, dass du allein komplett überlastet bist. Hol dir Hilfe, nicht nur für den Sohn! Ich habe hier im Rorum schon öfters nachgefragt, was die Männer machen? Mein Mann ist in puncto AD(H)S auch keine große Stütze, er will es einfach nicht kapieren. Es gibt dafür einige andere "Felder", da kann ich auf sein Unterstützung bauen. Das entlastet mich auch ein wenig. Spann deinen Mann ein, so gut es geht! Ihr habt vier Kinder, das wuppt man nicht einfach so. Auch wenn du evtl. z. Zt. zu Hause bist oder sogar von zu Hause aus arbeitest, hat dein Tag nur 24 Stunden, ein paar Stunden davon musst du auch schlafen.
LG Hanghuhn
Vega
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Vega » 16. Juni 2018 17:01

Für den Tipp mit meiner Tochter bin ich sehr dankbar. Wollte mit ihr auch schon Hilfe suchen doch sie stellt sich komplett quer. Allerdings werde ich sie jetzt im Zuge des Psychaterwechsels direkt mit vorstellen. Vor ihr allerdings unter dem Vorwand "Routine als Geschwisterkind". Ich weiß das ist ihr gegenüber nicht ganz Fair..... doch ohne diese kleine Notlüge werde ich sie wieder überhaupt nicht hinbekommen.

Und Danke Maya für den Tipp zur Vorsicht beim JA. Da ich denen so oder so nicht über den Weg traue werde ich den Teufel tun mich vorschnell zu irgendwas hinreissen zu lassen. :)
laetitia
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon laetitia » 16. Juni 2018 20:04

Hallo Vega

Tönt schon so, dass da einiges nicht so ganz im Lot ist. Hoffen wir, ihr kommt voran und deine Tochter merkt, dass sie auch wichtig ist.

Sofern auch dein Partner mit im Boot ist, wäre vielleicht eine systemische Therapie zusätzlich zu den anderen Massnahmen sinnvoll. Das ist eine Therapieform, in der die ganze Familie miteinbezogen wird. Es geht dabei darum, zu sehen wie ihr als Familie funktioniert und welche Funktion das Verhalten jedes Einzelnen, aber auch des Problemkindes/der Problemkinder innerhalb der Familie, aber auch ganz allgemein hat.

Verhalten hat oft eine Funktion, die der Betroffene allerdings nur schwer erschliessen kann. Gerade bei Kindern. Ritzen zum Beispiel kann die Funktion haben, Druck abzulassen. Es kann aber auch die Funktion haben, beachtet zu werden.

In der Kommunikation untereinander in Anwesenheit des Therapeuten, können solche Themen dann angeschaut werden. Mit dem Therapeuten werden mögliche Lösungsstrategien erarbeitet. Das schöne daran ist, dass nicht eine Fachperson einen etwas präsentiert, was man dann umsetzen sollte, sondern jeder einen Beitrag hat und so gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet wird, das auch für alle annehmbar ist.

Gerade wenn Kinder sich verschliessen oder sonst problematisch verhalten ist es möglich, dass sie sich nicht mehr als Teil des Ganzen wahrnehmen. Dem kann eine systemische Familientherapie entgegenwirken.

Ist einfach ein Vorschlag, den ich hier in die Runde werfe.
Ich wünsche dir viel Kraft und dass ihr die Sache zum Guten wenden könnt.
ULBRE
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon ULBRE » 17. Juni 2018 00:16

Vega hat geschrieben:Die Psychaterin war nach wie vor nicht sonderlich einsichtig was die Marke des Präperats betrifft. Allerdings bekommt er jetzt eine 25mg Sraterra (bei c. 29kg), morgends 15 mg und Nachmittags nochmal 10 mg Metylphenidat.


Hallo,

dann ist es Zeit, die Psychiaterin zu wechseln.
Eine Psychiaterin, die nicht weiss, dass viele MPH-Präparate je nach Betroffenem individuell völlig unterschiedlich wirken, sollte man aussortieren. Sorry, das klingt hart - aber hart ist es vor allem für Deinen Sohn, der es ausbaden muss.

Ich kenne Betroffene, bei denen Concerta nicht half, aber Medikinet, und andere, da war es genau umgekehrt. Und das ist kein Einzelfall, die Foren sind voll davon, dass jeder mit einem anderen MPH-Präparat besser zurecht kommt.
Warum das so ist weiss keiner so genau, ich habe nicht einmal eine Theorie dazu gelesen.

Zur Psychiaterin:
Ein Kind nur mit einer Einmaldosis unretardierten MPHs loszuschicken (wie das wohl im Mai war) ist grober Unfug und zeigt nicht von Fachkenntnis. Böser formuliert (ja, ich reg mich gerade auf) ist es unterlassene Hilfeleistung ab 11 Uhr Vormittags.
Ein derart stark betroffene Kind braucht eine Tagesabdeckung !

Der nächste Schritt waren dann wohl retardierte MPHs ?
Es gibt etliche, die wirken 6-8 Stunden, da muss man als mittags einmal nachlegen. Wie lange Ritalin LA (das retardierte) wirkt, habe ich noch nicht gefunden, das suche ich gerade...
Besser wäre mE, man gibt Concerta oder Kinecteen oder (bioidentisch zu Concerta) Methylphenidathydrochlorid neuraxpharm (retardiert), die wirken alle so um die 12 Stunden. Wenn das nicht tut, sollte man Amphetaminmedikamente probieren (Elvanse), das bei der Mehrheit der betroffenen, die ich kenne und die das probiert haben, besser funktioniert als MPH.

Atomoxetin (Strattera) hat dagegen eine deutlich schlechtere Effektstärke (verringert die Symptome weniger effektiv) als Methylphenidat oder Amphetaminmedikamente. Ausserdem hat es erheblich stärkere Nebenwirkungen.
Wenn er Nachmittags dann nur noch einmal eine unretardierte MPH-Tablette bekommt, die zwischen 1 und 3 Stunden lang wirkt, ist es kein Wunder, dass der kleine Mann danach wieder völlig aus dem Lot ist. Was erwartet die Psychiaterin denn ? Grummelgrummelgrummel...

Meine Empfehlung ist ganz klar:
Erst mal vernünftig die Medis durchtesten. Wenn Concerta nicht gut war, probiert Kinecteen. Wenn das auch nicht tut, schaut nach jemandem, der sich traut, Elvanse zu verschreiben.
Wenn wirklich und ganz sicher nur unretardiertes MPH hilft, dann müsst ihr eben den Timer stellen und alle 2-3 Stunden nachlegen.
Eine Kur lindert den Stress mal kurzfristig, aber sowie ihr wieder zuhause seid, baut der sich wieder auf. Ist nicht schön, aber ist leider so.
Sucht Euch lieber einen anderen Arzt, der mit AD(H)S mehr Erfahrung hat.

p.s.: Ich bin kein Mediziner, ich forsche nur zu dem Thema.

Falls Du weitere Fragen hast kannst Du mir auch eine PN schicken.

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Elchi » 17. Juni 2018 00:54

Ritalin LA und das baugleiche Ritalin adult sollen bis zu 8 Stunden wirken. Unserer Erfahrung nach sind es zw. 6 und 7 Stunden.
LG
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Hanghuhn » 17. Juni 2018 02:02

ULBRE hat geschrieben:Eine Kur lindert den Stress mal kurzfristig, aber sowie ihr wieder zuhause seid, baut der sich wieder auf. Ist nicht schön, aber ist leider so.
Sucht Euch lieber einen anderen Arzt, der mit AD(H)S mehr Erfahrung hat.

Da rate ich eher zu beidem. Eine Kur soll ja der Erholung dienen. So wie es aussieht, können das alle Familienmitglieder gebrauchen (bis auf den ganz Kleinen, der muss aber sowieso mit). Zu einem neuen Arzt rate ich dir auch.

Schreib eine PN mit den ersten beiden Zahlen deiner Postleitzahl an einen Administrator oder stell die Frage hier unten (siehe Link). Vielleicht findet sich ja etwas in deiner Nähe.
http://www.adhs-anderswelt.de/viewforum.php?f=293
LG Hanghuhn
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon Vega » 17. Juni 2018 09:05

Guten Morgen.

Danke Ulbre für den ausführlichen Medi Beitrag. Genau wegen dieser Verbohrtheit der Psychaterin hatte ich in meinem Post ja auch geschrieben das ich einen Termin bei einem neuen Psychater habe. :)

Und die Reha sehe ich einerseits als Erholung für uns alle da wir auch alle getrennt sein werden. Alle mit auf Kur funktioniert ja auch nich :) Aber meine Große wird bei Oma verhätschelt, mein Mann hat neben seiner Arbeit Ruhe und ich bin mit dem kleinen dabei. Soweit der Plan. Natürlich wird das keine dauerhaften Wunder bewirken doch ich hoffe wir können alle mal wieder ein bisschen durchatmen und Kraft sammeln. Vorallem aber auch die Hilfe für meinen Sohn die mal nicht nur einmal die Woche ist. Und auch Elterntrainings in denen ich vielleicht doch mal was anderes als Verstärkerplan höre.
ULBRE
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Re: Verzweifelt...

Beitragvon ULBRE » 19. Juni 2018 22:07

Hey Vega,

Erholung ist auf jeden Fall was gutes.
Und wenn das als Kur geht, um so besser.

Mein Hinweis, dass eine Kur bei AD(H)S nicht auf Dauer hilft bezieht sich auf die Erfahrungen, dass AD(H)S-Betroffene nach einigen Wochen auf der Berghütte (ohne Internet ;-)) symptomfrei sind, aber nach der Rückkehr in ihr normale Leben auch ohne besonder Umstände ihre Symptome wieder voll entwickeln.

Alles Gute

UlBre
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