Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

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MadMax16
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Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von MadMax16 » 27. Juli 2018 09:18

Hallo an alle,

Ich habe seit circa 6 Monaten die Diagnose ADHS. Von meinem Doc habe ich auch Medikinet verschrieben bekommen.

Ich bin nicht der Medikamentenfan und meinte zu ihm das ich sie vermutlich nicht dauerhaft nehme und nur in zeiten höchster Belastung. Daraufhin meinte er zu mir das von dieser Einnahmeart abzuraten wäre.

Wie steht ihr dazu?

Lg
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chaoten-tom
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von chaoten-tom » 27. Juli 2018 11:23

Meine Begeisterung über die Einnahme von Medikamenten hält sich auch in Grenzen....
Glücklicherweise funktioniert bei mir die punktuelle Einnahme von nicht retardiertem Ritalin problemlos.
Aber so verschieden wir alle sind, so verschieden reagieren wir auch auf die Medikamente.
Das sieht auch mein Arzt so und hat auch kein Problem mit meiner Art der Einnahme. Vielleicht haben es ja Patienten von Deinem Arzt probiert und damit schlechte Erfahrungen gemacht. Das würde mich sehr interessieren! Frag Ihn mal ob er Dir durch eigene Erfahrungen davon abrät oder nur den Beipackzettel gelesen hat.. ;-)
Verabschiede Dich von der Vorstellung Du nimmst eine Aspirin und der Schmerz lässt nach. Wie sich Methylphenidat bei Dir anfühlt, was für eine Dosierung und Einnahmeart für Dich gut ist und was für Nebenwirkungen Du dafür in Kauf nehmen musst, lässt sich nur experimentell rauskriegen.
Liebe Grüße und die besten Wünsche, Chaoten-Tom
Drei
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von Drei » 11. Oktober 2018 21:35

Mein Arzt meinte auch, man könnte es nur bei Bedarf nehmen. Der Beipackzettel liest sich aber anders. Und die Wirkung (inklusive starker, unangenehmer Nebenwirkungen) hat bei mir auch erst nach ein paar Tagen eingesetzt.
ULBRE
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von ULBRE » 11. Oktober 2018 22:53

Methylphenidat nur in einzelnen Momenten zu nehmen ist wie einen Regenschirm durch den Regen mitzuschleppen und ihn erst dann aufzuspannen, wenn das Unterhemd nass ist.

AD(H)S beschreibe ich gerne wie eine Regentonne, die zu schnell voll läuft. Den Regenschirm erst dann drüber zu halten, wenn sie überläuft, kann helfen, das Überlaufen abflauen zu lassen. Es hilft aber nicht, das Überlaufen zu vermeiden. Der innere Druck ist immer da, die Hochsensibilität, die Rejection Sensitivity (Kränkbarkeit). Dass sie nicht immer explodiert heisst nicht dass sie nicht immer da wäre.

Ich würde es ganz stupide mal ein halbes Jahr durchnehmen. Erst dann erkennt man den Unterschied. Wenn jemand dann sagt, nee, will ich doch nicht, brauche ich doch nicht, habe ich jedes Verständnis. Bis dahin vergleicht man aber Zustände, die man gar nicht kennt.

Was mich ärgert, ist, dass viele Nebenwirkungen vermeidbar wären, wenn laaaangsaaaaam genug hochdosiert würde. Innerhalb von wenigen Tagen von null auf 20 mg kann man machen - man kann sich aber auch anders verletzen.
Dass Betroffene, die so schnell hochdosiert haben, dann über Nebenwirkungen berichten, hält andere ab, ein hilfreiches Medikament zu nehmen. Und das ärgert mich dann schon ziemlich...

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Oschi12345
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von Oschi12345 » 12. Oktober 2018 13:53

Lass dich auf elvanse umstellen 1000 ma besser wie methylphenidat
Drei
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von Drei » 12. Oktober 2018 14:27

ULBRE hat geschrieben:
11. Oktober 2018 22:53
Was mich ärgert, ist, dass viele Nebenwirkungen vermeidbar wären, wenn laaaangsaaaaam genug hochdosiert würde. Innerhalb von wenigen Tagen von null auf 20 mg kann man machen - man kann sich aber auch anders verletzen.
Dass Betroffene, die so schnell hochdosiert haben, dann über Nebenwirkungen berichten, hält andere ab, ein hilfreiches Medikament zu nehmen. Und das ärgert mich dann schon ziemlich...
OT: Meine Dosis war 10mg Morgens und dann nochmal 10mg Mittags. Hätte ich zum Einschleichen in den ersten Tagen bzw. Wochen nur die Morgen-Dosis einnehmen sollen?
Bekomme jetzt Strattera. Aber einen Plan B in der Hinterhand zu haben schadet nicht.
ULBRE
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von ULBRE » 12. Oktober 2018 20:36

Hallo Drei,

das ist das übliche Vorgehen. Klar ist dann der Nachmittag nicht abgedeckt - aber es geht in dem Moment mehr darum, den Körper langsam dran zu gewöhnen anstatt bon jetzt auf gleich die Dosis zu haben, die später die wirksame Dosis sein wird.
Noch sicherer wäre es, mit 5 mg anzufangen. Gibt es nur unretardiert, macht zu eindosieren ja aber nichts.
Aber wie gesagt, das ist meine persönliche Auffassung.

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Medikinet nicht dauerhaft nehmen?

Beitrag von Falschparker » 12. Oktober 2018 21:07

5 mg unretardiert ist nicht anders als 10 mg retardiert. Das ist jetzt nicht so der große Unterschied. Als ich mit MPH anfing, gab es die Adult-Kapseln noch nicht, daher haben wir eh nur Tabletten genomen.

Wenn man gleich zweimal am Tag nimmt, muss man auch gleich mit zwei Variablen umgehen: Einzeldosis und Einnahmeabstand. Das kann eine Berg- und Talbahn geben, wenn der Abstand zu lang ist; oder eine Überdosierung, wenn er zu kurz ist.

Dazu kommt noch, dass die zweite Dosis geringer ausfallen kann (aber nicht muss). Und dazu kommt bei Medikinet Adult außerdem, dass es zwar einfach ist, passend zur ersten Kapsel zu frühstücken (wenn man frühstückt jedenfalls), aber immer genau zur richtigen Zeit Mittag zu essen bzw. zur Mittagszeit seine zweite Dosis nehmen zu müssen, ist schon kniffliger.

Daher ist es besser, sich erstmal auf die Höhe der Einzeldosis zu konzentrieren.

@Ulbre: Das mit dem Regenschirm hat ja literarische Qualitäten. 8-)

Und es stimmt wirklich. ADHS ist eine schiefe Art der Wahrnehmung; und das auch wenn es nicht gerade eskaliert. Stimulanzien, richtig eingestellt, ermöglichen eine unverzerrte Wahrnehmung. Das bemerkt man aber erst nach einer Weile kontinuierlicher Einnahme. D. h. man selbst, (Ehe-)partner bemerken es schneller. :lol:

Piero Rossi hat das vor Jahren mal beschrieben, wo es um Kinder ging und die Frage ob diese das Medikament an Wochenenden weglassen sollten:
https://web4health.info/de/answers/adhd ... ant-we.htm
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