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Autor Thema: unterschied zwischen avws und ADS  (Gelesen 368 mal)
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gel.ice
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« am: Juli 30, 2010, 11:09:29 »

hallo ihr!

das thema wurde bestimmt schon hundert mal hier abgehandelt, aber ich hab jedenfalls nichts "befriedigendes" hier für mich gefunden, was meinen wissensdurst stillt. und auch in den weiten des www hab ich keine für mich zufriedenstellenden antworten gefunden, drum frage ich einfach nochmal nach. vielleicht hat ja hier jemand erfahrungen dazu gesammelt.

ich möchte gerne wissen was genau denn den unterschied zwischen einer avws (auditiven verarbeitungs- und wahrnehmungsstörung) und ADS (ohne h) ausmacht? und außerdem interessiert mich ob es auch vorkommt, dass ein kind von ADS und avws betroffen ist und wie das dann bitteschön getestet werden soll?

mir kommt das extrem schwierig vor, das wirklich klar voneinander trennen zu können und dazu kommt, dass ich die befürchtung habe, dass man so auch zu mehreren diagnosen kommt, weil der kjp, der nicht viel über avws weiß ganz klar ADS diagnostiziert und der pädaudiologe der von ADS nur begrenzte kenntnis hat, eben sagt das muss eine avws sein - also was denn nun? ADS oder avws oder beides?

mein sohn wurde auf ADS diagnostiziert, allerdings von einer kjp, die sehr gern und sehr schnell die diagnose mitsamt den dazugehörigen medis vergibt...
medis hatten nicht den entsprechenden erfolg, daher sind wir weiter auf der suche nach lösungen.
wir haben einen termin bei einem anderen kjp gemacht (mit sehr gutem ruf in bezug auf AD(H)S etc...) allerdings ne wartezeit von  bis zu einem jahr - also bei uns stehen termine im november und dezember an - wir warten schon ne weile...
nun wollte ich ja nicht untätig sein, also haben wir sohni schon letztes jahr mal wieder zur ergo angemeldet und im frühjahr hat er dann endlich "marburger konzentrationstraining" gemacht. danach hab ich ihm gleich nochmal ein ergorezept beim arzt geholt, aber wieder mussten wir warten bis jemand für ihn zeit hatte. seit ein paar wochen macht er wieder ergo zusammen mit seinem "ADHS-kumpel" weil die sich gut verstehen und ergänzen, aber auch gegenseitig voneinander lernen können weil sie so verschieden sind. das heißt, der eine soll lernen sich zurück zu nehmen und der andere soll lernen aus sich raus zu gehen usw...
ok, ich schweife ab...

also die ergotherapeutin möchte meinen sohn testen, ob bei ihm auch evtl. eine audtive störung vorliegen könnte. die haben da so ein gerät in ihrer praxis und einen ergotherapeut, der sich damit auskennt.
ich finde es ja super, dass die da so engagiert sind, aber ich frage mich halt, ob die da wirklich für ausgebildet sind und ob ich nicht hinterher erst recht verwirrt bin, wenn die dann sagen dass da was mit seinem audtiven gehör nicht stimmt. irgendwie weiß ich auch nicht... bin auf der suche nach lösungen und habe angst vor den ergebnissen oder so...

lg
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Winyan33
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« Antworten #1 am: Juli 30, 2010, 12:26:29 »

Hallo gel.ice,

hier hatte ich mal ausführlich etwas zu Wahrnehmungsstörungen geschrieben:

http://www.ADHS-anderswelt.de/index.php?topic=41894.0

Vielleicht hilft Dir das weiter? Sind auch Literaturempfehlungen dabei, so dass Du Dich bei Bedarf tiefer in das Thema einarbeiten kannst.

Liebe Grüße,
Winy :winy:
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Bodenski 2005 (http://www.bodenski.de/)
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gel.ice
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« Antworten #2 am: Juli 30, 2010, 13:19:11 »

hallo winyan!

danke für die rasche antwort!
ich bin echt beeindruckt, wie schön übersichtlich und ausführlich und trotzdem kurz und bündig du das alles in einem beitrag untergebracht hast! hut ab!

ich bin erzieherin und weiß über die verschiedenen wahrnehmungsstörungen usw. eigentlich bescheid - in dem sinn war das jetzt leider nicht die antwort die ich gesucht habe, aber trotzdem hilfreich.

bei meinem sohn könnte man ganz sicher die hälfte deiner aufgelisteten wahrnehmungsstörungen diagnostizieren. eine sensomotorisch perzeptive wahrnehmungsstörung bekam er schon im kindergarten diagnostiziert, ebenso konzentrations- und koordinationsstörungen (von ergotherapeutin und kinderarzt)- es gibt ja leider auch viele verschiedenen bezeichnungen, die ein und dasselbe aussagen, was einen noch zusätzlich verwirren kann...
anfang der 3. klasse wurde ihm dann (nach besuchen bei verschiedenen ärzten und beratungsstellen...) ADS ohne h atthestiert (von kjp) und für mich fügte sich ein (lang vermutetes) bild wie ein puzzle zusammen. jetzt kommt mein sohn in die 6. klasse - er bekam 1,5 jahre medikamente, die ihm leider weniger nützten als schadeten (wegen der nebenwirkungen).
eine zeit lief es ganz gut, manchmal geht es gar nicht. das irgendwas nicht stimmt wissen wir, aber die richtige hilfe finden wir nicht!

deshalb bin ich grade dabei die einzelnen symptome wieder auseinander zu glauben, weil ich denke, dass durch die gesamtsiagnose ADS evtl. irgendwas übersehen wird, was extra gefördert/behandelt werden muss, damit meinem kind endlich mal wirklich geholfen werden kann. verstehst du?

nun hab ich der neuen ergotherapeutin in mehreren gesprächen erklärt was irgendwie nicht zusammenpasst und wir sind gemeinsam drauf gekommen, dass man ihn mal auf avws testen sollte.
nur frage ich mich jetzt, kann es sein dass er ADS und avws hat oder ist es in seinem fall "nur" ein symptom der vielen ADS-symptome? und wie hält man das auseinander? geht das überhaupt? und kann ein ergotherapeut das überhaupt wirklich sagen?

mich "überfordert" das ganze im moment ein klein wenig und ich muss mich irgendwie erst wieder sortieren. dabei hilft aufschreiben - sorry, wenn es etwas viel zum lesen wird!

ich möchte mein kind auch nicht dauernd zig verschiedenen tests aussetzen und ihm zig diagnosen verpassen lassen auf die zig verschiedene therapien folgen - das ist ja stress pur für das kind und für mich! andererseits, sind wir trotz ADS-diagnose, medikamenten und jahrelanger ergotherapie, sonstigen übungen und trainings... noch nicht wesentlich weitergekommen mit seinen problemen.
das einzige was wir erreicht haben ist, das wir nun besser mit ihm umgehen können weil wir wissen dass er nichts dafür kann und wir gelassener geworden sind und er sich besser akzeptieren gelernt hat. das ist schon ganz viel! aber an seinen problemen was seine wahrnehmung angeht etc... hängt er immer noch fest - und das ist extrem störend für ihn in der schule und dadurch das extrem wenig echtes verständnis (nur oberflächliches) von lehrern zurück kommt, macht es ihm und uns immer wieder sehr zu schaffen.

drum suche ich so intensiv nach lösungen - es muss doch irgendeinen weg geben ihm wirklich helfen zu können und nicht einfach zu resignieren!

gibt es hier vielleicht sogar jemand, der ADS und avws hat?

für jede art von tipp bin ich sehr dankbar!

lg
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« Antworten #3 am: Juli 31, 2010, 12:37:11 »


ich möchte gerne wissen was genau denn den unterschied zwischen einer avws (auditiven verarbeitungs- und wahrnehmungsstörung) und ADS (ohne h) ausmacht? und außerdem interessiert mich ob es auch vorkommt, dass ein kind von ADS und avws betroffen ist und wie das dann bitteschön getestet werden soll?   

Naja, eigentlich ist der grundsätzliche Unterschied ja schon im Namen der Störungen ausgedrückt:

bei der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung hängt es am Hören,
bei der ADS ist die Aufmerksamkeit durch den Dopaminmangel in den Synapsen der Gehirnzellen bedingt.

Zitat von: wikipedia
Im aktuellen Konsensus-Papier der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie wird die AVWS so definiert:[2]

Eine Auditive Verarbeitungs- und/oder Wahrnehmungsstörung (AVWS) liegt vor,
wenn bei normalem Tonaudiogramm zentrale Prozesse des Hörens gestört sind.

Zentrale Prozesse des Hörens ermöglichen u. a.
die vorbewusste und bewusste Analyse, Differenzierung und Identifikation
von Zeit-, Frequenz- und Intensitätsveränderungen akustischer oder auditivsprachlicher Signale
sowie Prozesse der binauralen Interaktion
(z. B. zur Geräuschlokalisation, Lateralisation, Störgeräuschbefreiung, Summation)
und der dichotischen Verarbeitung.     

Aus dieser Definition heraus würde ich AVWS-ler und ADS-ler
im Ausmaß ihrer Reizfilterschwäche unterscheiden.

AVWS-ler haben ihre Defizite "lediglich" im auditiven Bereich,
während ADS-ler in allen Wahrnehmungsbereichen beeinträchtigt sind.

Und von daher dürfte sich die Therapie der AVWS-ler nur unwesentlich von der der ADS-ler unterscheiden,
alleine, weil es "DIE THERAPIE" für ADS-ler definitiv nicht gibt.

LG
Christian
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« Antworten #4 am: Juli 31, 2010, 19:47:59 »

danke christian!

das klingt logisch.
ist es dann so, dass ein adsler theoretisch sowieso auch avws hat?
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« Antworten #5 am: Juli 31, 2010, 21:32:48 »


das klingt logisch.
ist es dann so, dass ein adsler theoretisch sowieso auch avws hat?   

Hmmm.... 
auch wenn das logisch klingt,
kann und will ich nicht den Anspruch erheben, zu wissen, daß das auch so richtig ist.
Ich weiß auch nur, was ich mir so zusammensuche und "in einen Reim bringe".

Um auf Deine Frage einzugehen:
Nein, ADS "beinhaltet" nicht eine AVWS,
auch wenn manche ADS-ler auch Schwierigkeiten damit haben können,
Gehörtes sauber in wichtig und unwichtig zu trennen.

Ich weiß nicht genau, wodurch dieses auditive Problem verursacht wird,
aber anscheinend ist es wirklich ein "Ohr"-problem.

Aber die Auswirkung ist halt sehr ähnlich der ADS.

LG
Christian
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« Antworten #6 am: August 01, 2010, 13:43:44 »

 :ja: ja eben, weil die auswirkungen/symptome von ADS und avws so ähnlich sind, mache ich mir grade darüber so viele gedanken, was es denn bringen soll, dass mein sohn der bereits eine ADS-diagnose hat auf avws getestet wird.
selbst wenn bei dem test avws rauskommt, weiß ich doch nicht ob das jetzt avws oder "nur" eines der ADS-symptome ist.
-und genau das hätte ich halt gern gewusst...

ich erhoffe mir aber trotzdem, dass nach diesem test endlich mal eine gezielte förderung beginnen kann. wenn die therapie bei avws und ADS in dem bereich nicht verschieden sein muss, dann ist es letztendlich egal ob mir der ergotherapeut sagt, dass mein sohn avws hätte - hauptsache ist doch, dass ihm endlich geholfen wird.
seither bekam er halt ergo wegen seiner ablenkbarkeit und konzentrationsstörung und/oder motorikdefiziten. irgendwie hatten wir eltern aber immer das gefühl, dass da noch was andres sein muss, irgendwas steckt noch hinter den genannten defiziten quasi als "ursache" und die sollte man ja eher therapieren als die daraus resultierenden defizite.
dass er gehörtes nicht immer "richtig" wahrnimmt, dass haben wir und er schon selbst gemerkt. ich kann mir schon vorstellen, dass darin viele seiner schwierigkeiten begründet sein könnten.
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polarlicht
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« Antworten #7 am: August 01, 2010, 14:16:19 »

Liebe gel.ice,

mich überkam so ein Eindruck beim Lesen deiner Zeilen, deshalb schreibe ich folgendes:

Nicht alles läßt sich (weg-)therapieren - manches muss man annehmen.

__________________________________________________________________________________________

Mein Eindruck ist, dass die Diagnosekriterien bei weitem weniger Trennscharf sind als zuweilen dargestellt.
Und ich gehe mal weiter und unterstelle, dass sie sich von selbst heraus aus den jeweiligen Disziplinen ergeben: Psychiatrie / Audiologie.

Der entscheidende Unterschied ist, dass Psychiater in erster Linie Medikamente verschreiben und Audiologen davon ausgehen, dass es trainierbar sei. Die Wahrheit liegt wohl wie immer in der Mitte.*

Meine Meinung: Eine Diagnose ist nur so gut wie ihr therapeutischer Wert.

Was erhoffst du Dir denn von einer weiteren Diagnose?

Liebe Grüße

Polar

_________________

* Wobei aussagekräftige Studien zur Therapieeffizienz hauptsächlich im Bereich der Psychiatrie zu finden sind.
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Besser bekannt als "Flusspferdchen".                      Fleiß ist die Wurzel aller Hässlichkeit. O.W.
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« Antworten #8 am: August 01, 2010, 14:47:42 »

hallo polarlicht!

ich gebe dir recht! es lässt sich nicht alles wegtherapieren! das ist auch meine einstellung - wenn ich eine andere einstellung hätte, dann würde ich mit meinem sohn wohl täglich zu irgendeiner therapie rennen müssen. natürlich muss man manches einfach annehmen und das tue ich auch.

es gibt aber auch schwierigkeiten, die man nicht annehmen muss. es ist nicht immer einfach herauszufinden bei was es sinn macht eine therapie zu machen und was nicht. natürlich möchte ich nicht wegen jedem "pups" zum doc springen und ne therapie machen. mein sohn soll ja nicht den eindruck kriegen, dass gar nichts an ihm "passt". aber die sachen, bei denen er selbst bemerkt, dass er hilfe braucht, die kann ich nicht unter den tisch fallen lassen. ich traue ihm zu, selbst zu wissen was er an sich annehmen kann und was nicht. in der beziehung ist er schon relativ reif. wir reden viel miteinander über solche dinge.

was ich mir von dem "avws-test" erhoffe ist einfach, wie oben schon beschrieben, dass er endlich eine gezielte therapie bekommt, die da ansetzt wo die schwierigkeiten wie ich vermute auch herkommen, weil ihm die ergotherapie bisher nur bedingt geholfen hat und die medikamente eben auch.
ich "brauche" keine weitere diagnose und erhoffe mir auch keine. ich möchte nur dass er die hilfe bekommt die er braucht und nicht immer nur irgendeine therapie, die "man halt bei ADS-kindern so macht"... aus dem einfachen grund, dass mein sohn selbst sich geäußert hat, welche probleme ihn am meisten stören.

lg
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« Antworten #9 am: August 01, 2010, 16:22:08 »

Liebe gel.ice,

dass diese Symptome nerven kann ich deinem Sohn nur zu gut nachfühlen - aus eigener Erfahrung. Das Problem bei AVWS ist, dass es noch keine zielgerichtete Therapie gibt deren Erfolg wissenschaftlich bestätigt wäre. Es gibt dort eine Vielzahl an Behandlungsangeboten wie z.B. logopädische, ergotherapeutische und heilpädagogische Angebote, sehr populär auch so Sachen wie der "Brainboy". Im Bezug auf AVWS sind alle dieser Therapien eher aufgrund ihrer praktikablen DUrchführbarkeit populär als im Hinbick auf ihre gesicherte Effektivität.

Du kannst mal Nathaliethesaint anschreiben, die Erfahrung damit hat. Sie hat mir übrigens mal die Ohren lang gezogen, weil ich zum EInsatz des Brainboys ein kritisches Zitat gepostet hatte. Sie sagte damals - erinnerungsgemäß - dass eine Uniklinik so etwas nicht anbieten würde, wenn es nicht ausreichend gesichert wäre. Deshalb verweise ich einfach ein PDF der entsprechenden Uniklink Marburg, welches ich nützlich finde und zitiere daraus:

"In welchem Ausmaß Teilleistungsstörungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung
durch medizinisch begründete störungsbildspezifische Therapiemaßnahmen wie z.B. einer
logopädischen Behandlung gebessert oder entschärft werden können, ist bislang
wissenschaftlich nicht hinreichend geklärt. Über die Frage einer Indikation spezifischer
Therapiemaßnahmen bei AVWS entscheiden wir in Abhängigkeit von anamnestischen Daten."


http://www.med.uni-marburg.de/stpg/ukm/lt/phoniatrie/neu/download/avws.pdf

Das Pdf ist lesenswert, falls du es nicht kennen solltest.

Was ich im großen und ganzen sagen wollte, es gibt da leider nicht die spezifische Therapie, aber anhand der spezifischen Probleme deines Sohnes lassen sich vielleicht hilfreiche Strategien finden damit umzugehen.

Ich wünsche euch von ganzem Herzen viel Erfolg!

Liebe Grüße

Polar

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« Antworten #10 am: August 03, 2010, 18:13:10 »

hallo polar!

herzlichen dank für deine erfolgswünsche - das hat mich ehrlich gefreut!
danke auch für den link - ist wirklich lesenswert und leicht verständlich bzw. logisch geschrieben.
das ist z.b. etwas hilfreiches zum ausdrucken für lehrer, die nicht einsehen oder wissen wollen, dass bestimmte kinder bestimmte förderung brauchen und bestimmte bedingungen (wie z.b. ein platz ganz vorne etc...) für diese kinder erfüllt werden sollten.
ich will nicht verallgemeinernd sein, aber leider bin ich schon auf mehrere solche lehrer gestoßen...

was du in deinem letzten satz geschrieben hast, ist eigentlich genau mein anliegen! ich möchte nicht mehr, als herauszufinden was überhaupt die spezifischen probleme meines kindes sind - ich kann das ja nicht objektiv beurteilen, daher die tests - um dann hilfreiche strategien zu finden wie wir am besten damit umgehen können bzw. insbesondere er selbst solche strategien an die hand kriegt um sich besser zurechtzufinden.

ich weiß dass es keine spezifische therapie gibt für kinder mit ADS, aber oft werden eben ADS-kinder völlig "unspezifisch" therapiert, d.h. dass sie ein mischmasch aus verschiedenen elementen von verschiedenen therapieansätzen von meistens ergotherapeuten übergestülpt kriegen, weil das angeblich alles elemente sind, die bei AD(H)S helfen sollen. was bringt das aber einem kind welches gezielte förderung braucht in bestimmten bereichen?
vielleicht wird mal ausversehen "der richtige bereich" angesprochen und die therapie bringt ne weile was und dann wird früher oder später wieder was total "nutzloses" mit dem kind gemacht etc... das ist meines erachtens nichts halbes und nichts ganzes.

als mein sohn im alter von 4 jahren ergotherapie gezielt zur förderung seiner motorischen defizite bekam, konnte man eine leichte verbesserung feststellen. sobald man aber mit verschiedenen defiziten oder ADS zur ergotherapiepraxis kommt, wird "nichts konkretes" mehr gemacht (den eindruck habe ich hier in unserer gegend gewonnen - ich weiß nicht wie das woanders ist) und das kann ja dann auch nicht konkret helfen.

daher bin ich nach nicht mehr auf der suche, als nach strategien, die für mein kind hilfreich sind bei seinen individuellen schwierigkeiten.
deswegen erstmal grundlegende tests die mir defintiv sagen (also nicht ich sie nur subjektiv vermute) wo seine hauptsächlichen schwierigkeiten genau sind. die mühe hat sich seine kjp bei der ADS-diagnostik nämlich leider nicht gemacht.

nun warte ich einfach mal ab, ob überhaupt irgendwas rauskommt bei dem test bezüglich der auditiven wahrnehmung meines sohnes...

lg
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« Antworten #11 am: August 05, 2010, 20:28:56 »

hallo !

so, nun hat mein sohn einen test beim ergotherapeuten mit dem sogenannten audiva-testgerät gemacht. und was soll ich sagen? es kam nix dabei heraus.
ich weiß nicht recht, was ich erwartet habe, aber ich bin weder überrascht, noch erleichtert oder enttäuscht.
für mich (und den ergotherapeuten) heißt das jetzt, dass mein sohn sicher keine avws hat und seine verzögerte reaktion auf fragen oder allgemeine ansprache vom ADS kommen muss. das bedeutet, dass man da also nicht viel trainieren kann, was ich irgendwie schade finde, denn wenn man was trainieren kann, verspricht das ja hoffnung auf besserung.
andererseits bin ich mir jetzt klarer darüber, dass es eben das ADS ist und nicht noch was zusätzliches oder was ganz andres hinter seinen schwierigkeiten steckt - das ist ja auch was wert!
dazu muss ich sagen, dass bei meinem sohn leider nie eine richtige ausschlußdiagnostik gemacht wurde. unsre kjp forderte lediglich einen fragebogen von mir und ein gespräch, dann kam noch ein termin zum iq-/konzentrationstest mit meinem sohn und beim abschlussgespräch kam die diagnose ADS mit überdurchschnittlicher intelligenz und das rezept für mph...
weitere empfehlungen gab es keine.
da war ich nicht zufrieden damit, aber da ich sah, dass mein sohn schnelle hilfe braucht, weil er schon in ein ziemlich tiefes loch gefallen war und ich nirgends anders vor ablauf von mindestens 9 monaten einen termin bekam, gab ich mich fürs erste damit zufrieden. er bekam die tabletten, es half zunächst etwas, mir ging ne weile die luft aus nach all dem stress und ich lies es erstmal ne zeitlang so laufen. später begab ich mich weiter auf die suche nach geeigneten ärzten etc... wir machten also so nach und nach die ausschlußdiagnostik auf eigene faust. also erstmal neurologe - der sagte so sachen wie dass ich meinen sohn mit dem auto zur schule fahren solle, weil bus fahren für so ein kind zu anstrengend wäre  icon_rolleyes und dass ich selbst schuld bin wenn ich als mutter von so einem kind arbeiten gehe. dass es auch hypoaktives ADS gibt wusste er gar nicht und als mein sohn nach 1,5 stunden gelaber unruhig wurde und mit dem stuhl gautschte, meinte der neurologe "sehen sie, der ist ja doch hyperaktiv"  icon_eek zum eeg sagte er, dass da eh nix bei raus kommt und dass er es an meinen hausarzt schicken würde mit der bemerkung "alles ok" (bevor er das eeg gesehen hatte!) da der hausarzt so ein eeg eh nicht lesen könne 

darauf folgte ne blutuntersuchung - war alles in ordnung. inzwischen hatte ich nen anderen kjp gefunden mit fast nem jahr wartezeit (termine sind im november) und wir haben wieder mit ergo angefangen und da haben wir dann den "audiva-test" gemacht.
nun bin ich wieder ein kleines stück weiter, aber eigentlich auch nicht, denn geholfen ist meinem kind ja immer noch nicht. aber dafür hatte die ergotherapeutin, die meinen sohn sonst behandelt gute vorschläge wie er lernt seine aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten bzw. wiederzuerlangen und dass üben wir jetzt. es sieht gut aus.

hat hier irgendwer erfahrung mit diesem audiva-testgerät? wurde schonmal jemand damit getestet und wie fandet ihr das?
würd mich ehrlich interessieren wenn mir da jemand was dazu sagen könnte! ich war nämlich bei dem test selbstverständlich nicht dabei...

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3wichtel
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« Antworten #12 am: August 08, 2010, 12:14:16 »

Hallo,

Erfahrungen mit dem Audiva-Gerät habe ich nicht. Aber bei uns wurde zum Ausschluß einer AWVS eine zentrale Hördiagnostik gemacht:
Erst bei einer Logopädin, die schon verschiedene Tests mit ihm gemacht hat und dann noch beim HNO-Arzt (auch Zulassung als Pädaudiologe).
Dort gab es viele verschiedene Tests:
Silben merken
Hörfähigkeit bei Störschall,
etc.

Bei uns war das Ergebnis, dass er schon einige Defizite im Bereich der auditiven Verarbeitung hat, aber nicht genügend, um seine Probleme erklären zu können.
Mittlerweile wurde von einer Fachpraxis auch noch ADHS vermutet.


Es gibt also sehr wohl Kinder, die beides haben. Warum auch nicht? Man kann ja auch gleichzeitig Grippe UND Windpocken haben....
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Hanghuhn
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das pure Chaos


« Antworten #13 am: August 08, 2010, 15:44:14 »

Hallo, 3wichtel,

bei unserem Sohn, dessen ADS-Diagnose am Laufen ist, wurden diese Tests auch gemacht. Vereinfacht gesagt hat er Probleme mit Störgeräuschen. Deshalb sollte er im Unterricht weit vorn, aber mehr an der Seite sitzen (vorn links oder vorn rechts), um auf der einen Seite die Lehrerin gut hören zu können und andererseits weniger Störgeräusche zu empfangen.

Ob 's hilft, kann ich schlecht einschätzen. Ich höre ja nicht durch seine Ohren, und er hat ja schließlich noch andere Probleme. Aber es schadet ihm auf keinen Fall, das hätten wir bemerkt. Alles in allem ist seitdem einiges besser geworden, was aber auch auf einen generellen Entwicklungssprung zurückzuführen sein kann.

Du möchtest wissen, ob Dein nicht evtl. doch "nur" ADS oder nur "AWWS" hat. Ich denke schon, dass sich das ganz gut auseinander halten lässt. Ich nehme an, dass es für beides genügend Anzeichen gibt. AWWS lässt sich recht gut testen. Ein erfahrener Psychiater, der auf AD(H)S testet, wird mit der Diagnose AWWS entpsrechend umzugehen wissen. Er wird z. B. darauf achten, so weit wie möglich Störgeräusche auszuschließen.

Was willst Du machen, wenn AD(H)S und / oder AWWS herauskommt?
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