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Autor Thema: Wie belastbar ist mein Kind trotz der Diagnose (2 SChulen)?  (Gelesen 210 mal)
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« am: Juli 30, 2010, 10:58:00 »

Hallo,

diese Frage geistert schon ewig in meinem Kopf herum. Mein Kind besucht zusätzlich zur Grundschule an 3 Nachmittagen in der Woche den Muttersprachlichen Unterricht. Sie wurde 2Sprachig erzogen.

Als uns der Kinderpsychiater einen Intellekt der weit über den Durchschnitt geht bescheinigte (wir sind wegen ganz anderer Dinge zu ihm hin) war uns klar, wir melden sie zusätzlich in der griechischen Schule an. Von ADHS wusste damals noch keiner was.

Da sie im sprachlichen Bereich sehr fit ist, hat sie in den 2 Jahren sehr viel gelernt und ihre Leistungen an beiden Schulen sind gut. Nun mach ich mir natürlich Vorwürfe, seit ich von ihrem ADHS weiss. Bewundere sie dafür, was sie alles gemeistert und gelernt hat, trotz dieser Diagnose und frage mich, sollen wir das mit der griechischen Schule weiterführen?

Wäre es dann einfacher mit Medikamenten? Mitte August werden wir mit dem Kinderpsychiater darüber sprechen. Mein Kind ist 8 Jahre alt und käme im September in die dritte Klasse.

Ich habe grosse Angst sie zu überfordern. Andererseits ist sie dort gerne und es ist eine Chance, die Sprache gut zu lernen.

Danke für Eure Antworten schonmal

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Nur weil ich paranoid bin heisst es lange nicht, dass ich nicht verfolgt werde.

||Lener
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« Antworten #1 am: Juli 30, 2010, 11:39:55 »

hey,

ich denke das, dass was ihr macht glaube ich richtig ist. wenn deinem kind es noch spaß macht und du den eindruck hast das dein kind nicht überfordert ist (so hörte es sich an ) spricht nichts dagegen.

ich denke man sollte kinder auch immer in seinen begabungen fördern. ich finde man sollte nicht immer an ADHS fest machen. es hat doch vorher auch gut geklappt. nur weil man jetzt eine diagnose hat muss man doch nichts in dem bereich ändern, wenn es da gut klappt. jeder hat ja seine bestimmten einzelprobleme was ADHS anbelangt. andere haben es eher im sozialen bereich, andere mit der konzentration....

ich denke ihr geht den richtigen weg. bei einigen ADHS kids ist auch keine medikamentöse therapie erforderlich. es brauch auch nicht jeder eine therapie. bei einigen reicht einfach ein geordneter tagesablauf oder so.

ich wünsche euch alles gute lg lener
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die.bergmeier
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verh., 2 Töchter (1xADS), 3-Gen.-Haus, Depri-Oma


« Antworten #2 am: Juli 30, 2010, 12:18:33 »

Solange dein Kind Freude an den ausgefüllten Nachmittagen hat ist doch alles i. O.

Vielleicht gerade weil die Nachmittage strukturiert werden fühlt sich deine Tochter dort so wohl.

Meine Große kann erst jetzt mit fast 11 auch ertragen, wenn es mal durcheinander her geht. Früher hat sie das gelähmt und viele dachten, was für ein ruhiges, verträumtes Kind. Dabei litt sie Qualen. Strukturierte Nachmittage im Sport- oder Reitverein liebte sie.

Noch immer sind ihre Nachmittage mit dem ausgefüllt, was sie mag (Sport jeglicher Art, Tanz, Akrobatik, Pferde, Basteln). Bei ihr wurde auch eine sprachliche Hb festgestellt, jedoch ist sie gerade in Mathematik verflixt gut.
Sie hatte eine Realschulempfehlung von der Grundschule erhalten (alles 1en und 2en außer ausgerechnet in Deutsch ne 3, die eine 3 plus sein sollte - sieht man halt nur nicht auf dem Zeugnis) und wir Eltern haben uns für das Gymnasium entschieden (das geht in Nds. da der Wille der Eltern hier maßgebend ist).

Wegen ihres ADS hätte sie in jeder Schulart versagen können, aber dank einiger Veränderungen seit ihrem 9. Lebensjahr (sie bekam Medis, fing das Voltigieren an), ist ein steter Aufwärtstrend zu beobachten: viel mehr Selbstbewusstsein, Genießen und unbeschwerte Freude anstatt von "oh-ich-muss-weiter-wo-sind-die-anderen", ermahnt werden, nicht fertig werden eben all den Enttäuschungen, die sie damals soweit brachten, zu sagen, wir wären ohne sie besser dran. Durch ihr positives Lebensgefühl feiert sie natürlich mehr persönliche Erfolge und motiviert sich so für die nächste Aufgabe, der sie sich stellt.

Jetzt wurde sogar von Überspringen einer Klasse gesprochen, aber da nun die 2. Fremdsprache hinzukommt und Tochter außerdem eine Instrument erlernen möchte, wollen wir abwarten, wie sich der künftige Alltag gestaltet.

Ich danke der Grundschullehrerin, die uns auf mögliches ADS hinwies, die einfühlsame Betreuung verschiedenster Therapeuten und Ärzte und dass es Medis für meine Tochter gibt. Auch die überaus besorgten Gymnasiallehrerinnen helfen unserer Familie, mit ihrer unterstützenden Haltung. Sie dachten, ich sei eine "Schlittschuhmutti" und würde meine Tochter zu Bestleistungen trimmen wollen. Ich empfand dieses Nachhaken im Elternhaus als sehr beruhigend, denn es zeigte mir, dass es im Gymi nicht so hart her geht wie von vielen Unken befürchtet, sondern es um das Wohl der Kinder geht.

Tochter will und kann inzwischen so viel, dass es für andere schwindelerregend wirken muss. Früher war es z.B. mit ihrer Mappenführung hundsmiserabel - gab es überhaupt diese oder jene Mappe noch... Inzwischen wird sie gerade für ihre Mappenführung hervorgehoben (wie peinlich für ein vorpuperäteres Mädel...). Früher vergaß sie so viel - heute organisiert sie sich selbst und andere! Sie ist so zufrieden mit ihrem Leben, wie ich es mir für jedes Kind wünsche.
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LG Antje mit Großtochter (10/99) ADS/hb und frech wie Humpatz und Kleintochter (10/04) noch frecher
emily03
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« Antworten #3 am: Juli 30, 2010, 12:31:38 »

Hallo

wenn deine Tochter gerne dorthin geht , warum denn nicht ? Solange sie sich nicht
überfordert fühlt und die anderen Dinge auch OK sind. :ja:

ADS heißt ja nicht das sie schlechter lernen können , im Gegenteil manche sind sehr
Aufnahmefähig und brauchen auch Gehirnfutter.Mein Sohn liest z.B. ein Sachbuch
nach dem anderen (Thema egal ), manchmal glaube ich er kann schon ganze Lexikas
ausfändig . Aber wenn es ihm gefält. :breitgrinse1:

Wenn sie im Sprachen lernen gut ist , schafft das auch ein positives Selbstwertgefühl ,
dann verkraftet man auch besser wenn man etwas nicht so gut kann.

Wozu Med. , was genau bereitet ihr Schwierigkeiten?
Manchmal helfen auch eher Kleingkeiten , wie feste Strukturen oder Ordnungstipps !
Kommt halt immer auf das jeweilige Problem an .

Vielleicht auch mal die Lehrer fragen welchen Eindruck sie haben .

Viele Grüße
emily03  :winken:

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(verh./3 Kin./J96-ADHS,J98,M03)
Katzelschopf
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« Antworten #4 am: Juli 30, 2010, 12:59:48 »

Kinder schaffen eine ganze Menge, vorausgesetzt es macht Spaß. Und gerade für ein sehr intelligentes Kind kann es belastender sein, dauernd unterfordert zu sein. Und bei ADSläßt sich die Konzentration auch leichter aufrecht erhalten, wenn das Thema interessant ist.

Viele Grüße,
Christine
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« Antworten #5 am: Juli 30, 2010, 13:55:29 »

Hallo und vielen Dank.

Ja, laut Schulpsychologin und Klassenlehrerin sollten wir Medikamenten gegenüber aufgeschlossen sein. Sie ist zu stark ablenkbar und träumt sich weg. Wenn sich das nicht ändert, wird sie die dritte Klasse (trotz guter Intelligenz) nicht schaffen. Gerade Dinge die Konzentration erfordern (Mathe in ihrem Fall) da verweigert sie die Leistung und macht zu.

Nach reiflicher Überlegung, informationen auch von Eltern deren Kinder AD(H)S haben und medikamentiert sind, haben wir uns zu diesem Schritt überwunden.
Ihr Tag ist an und für sich gut Strukturiert. Noch bevor wir die Diagnose hatten, haben wir uns unbewusst Strategien angeeignet die den Umgang mit ihr leichter machen.

Das was mir schon immer Sorge an den beiden Schulen machte war der Zeitdruck. Anders als ihre Klassenkameraden hatte sie am Nachmittag keine Gelegenheit ihre Hausaufgaben in Ruhe zu erledigen oder gar eine Pause einzulegen. Die Uhr bestimmte unser aller Leben. Vor lauter Hausaufgaben (da sie da irre langsam ist) blieb kaum Luft für die angenehmen Dinge.

Ok, ich werde gerne berichten wie es mit Medikamenten weitergeht. Allerdings wird es wohl Ende August werden bis sie damit anfängt.

Liebe Grüße
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Nur weil ich paranoid bin heisst es lange nicht, dass ich nicht verfolgt werde.
uli
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« Antworten #6 am: August 02, 2010, 17:29:02 »

Hallo,

grundsätzlich finde ich auch dass die Kinder machen sollten was ihnen Spaß macht. Aber es hört sich auch nach Stress an. Hat sie denn noch Ze4it zum Spielen, Lesen Freunde treffen??

Das finde ich genauso wichtig.

Gruß Uli
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« Antworten #7 am: August 02, 2010, 18:25:15 »

Hallo Ulli,

das plagt mein Gewissen ebenfalls. Bei diesem Thema hat die Kinderpsychologin im Einzelgespräch ihr ziemlich auf den Zahn gefühlt. Meine Tochter empfindet es keineswegs, dass sie zu wenig Zeit mit ihren Freunden oder mit Spiel verbringt.

Das hat mich damals sehr beruhigt. Wenn sie schneller wird mit den Hausaufgaben, sagen wir, wenn sie statt 2-3 Stunden in einer fertig wird, dann bleibt Zeit genug.

Du kennst das bestimmt auch, es sind nicht die  Hausaufgaben die ihr schwer fallen, es ist die Ablenkbarkeit.

Wie gesagt, ich staune immer noch über mein Kind wie sie dieses Pensum trotz der Diagnose und  mit eigentlich ganz guten Leistungen bewältigt hat.

Liebe Grüße
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